Urchin 6.6.02 installieren

Wenn Sie die aktuelle Urchin-Version testen wollen, stellt sich sicherlich die Frage, auf welcher Plattform und unter welchem Betriebssystem das passieren soll. Als Plattform eignen sich ausrangierte Server, virtuelle Maschinen, oder zur Not sogar Ihre Workstation. Letzteres kann sinnvoll sein, wenn Sie lediglich das Look & Feel ausprobieren möchten. Meistens will man aber mehr ausprobieren und sollte dann von vornherein eine der anderen Möglichkeiten einsetzen.

Wer eine geeignete Windows-Lizenz übrig hat, darf sie gerne ver(sch)wenden. Wir empfehlen für Testinstal-lationen von Urchin, sich eine aktuelle kostenfreie Linux-Server-Distribution herunterzuladen, z.B. Ubuntu oder CentOS (zu RedHat binärkompatibel) und zu installieren.

CentOS bietet zwar keine Serverversion zum Download an, aber während der Installation kann diese auf Server und/oder Server-GUI reduziert werden. Ubuntu-Server bringt dagegen keine GUI mit. Wer auf (Linux-) Kommando-zeilenebene nicht so fit ist, sollte sich eine GUI (Gnome oder KDE) installieren.

Systemvoraussetzungen für eine Installation

Geeignete Windows-Systeme sind Windows 2003 Server, Windows XP, Windows 2000, Windows Vista, Windows 2008 Server. Von den Unix-basierten-Systemen werden die Linux-Kernel 2.4 und 2.6, sowie FreeBSD 6.2+ unterstützt. Für Urchin geeignete Datenbanken sind MySQL 5.03+ oder PostgreSQL 8.2.5+. Um die im Installationspaket von Urchin 6.6.02 mitgelieferte PostgreSQL 8.4.01 unter Linux(Kernel 2.4 oder 2.6) zu installieren, wird die glibc 2.3.3+ benötigt.

Für die Analyse einzelner kleiner bis mittelgroßer Websites sollte das System wie folgt ausgestattet sein:

  • 2‑GHz-Prozessor oder schneller
  • 2 GB RAM
  • 250 GB Festplattenlaufwerk (IDE oder SATA)
  • 100 MBit/s-Ethernet-Schnittstelle

Bei Installationen für Provider oder größerer Unternehmen sollte das System folgendermaßen ausgestattet sein:

  • 2,5-GHz Pentium Dual-Core / 2-GHz UltraSPARC / PPC, MIPS oder anderem mit ähnlichem CPU‑Geschwindigkeitsbereich
  • 3 GB RAM
  • Ultra2/Wide SCSI-Festplattenlaufwerk (z. B. Seagate Cheetah), Kapazität nach Protokollaufkommen
  • 100 MBit/s-Ethernet-Schnittstelle
  • Backupsystem.

Als Plattenplatzbedarf muss mit ca. 10% der der Originalprotokollgröße gerechnet werden. Für die Anzeige der Urchin-Benutzeroberfläche sind die  Browser Internet Explorer 6.x+, Firefox 2.x+ oder Chrome 1.x+ geeignet. Weitere Informationen finden Sie im Urchin-Helpcenter.

Warum beschreiben wir hier eine Installation unter Linux mit Kernel 2.6?

Die Installation von Urchin unter Windows gestaltet sich eher trivial. Die benötigten Informationen sind sowohl für Windows, als auch für Linux identisch. Da unter beiden Systemen die gleichen Fragen gestellt werden, es unter Linux – je nach System – aber die eine oder andere kleine Hürde zu nehmen gilt, beschreiben wir hier die Installation unter Linux. Dadurch wird die Installation unter Linux hoffenlicht so einfach, wie die unter Windows. Für den Kernel 2.6 haben wir uns entschieden, da dieser Kernel der aktuellste und wohl der verbreitetste ist.

Vorbereitungen

Sollten Sie die Installation in einer virtuellen Maschine auf Ihrer Workstation vornehmen wollen, so achten Sie bitte darauf, dass Sie die Netzwerkschnittstelle im Bridging-Modus betreiben. Erst dann ist gewährleistet, dass Sie selbst und andere darauf zugreifen können.

In dem Fall, dass Sie eine Neuinstallation des Betriebssystems vornehmen, sollten Sie alle nicht benötigten Server und Dienste abwählen. Sie brauchen in der Regel lediglich den OpenSSH-Server und evtl. eine Datenbank, sowie Samba. Einen Webserver bringt Urchin mit.

Die mit den aktuellen Linux-Systemen ausgelieferten MySQL-Datenbanken sollten von der Version passen. Bei PostgreSQL ist hier noch die Version 8.1.6 üblich, daher sollte dann lieber die mit Urchin gelieferte Version verwendet werden. Urchin empfiehlt grundsätzlich die Verwendung von MySQL, liefert aber aus lizenzrechtlichen Gründen PostgreSQL im Installationspaket mit aus. Für welche Datenbank Sie sich entscheiden, ist letztendlich egal – Urchin funktioniert mit beiden.

Weiterhin sollten Sie darauf achten, dass die Firewall SSH, HTTP, HTTPS und ggf. noch FTP und Samba erlaubt.

Unter FreeBSD sollten Sie vor der Installation von Urchin sicherstellen, dass in der Datei „/boot/loader.conf“ die folgenden Zeilen stehen:

# Increase max process data segment size to 1GB
kern.maxdsiz="1073741824"
# Wait for full HTTP request accept filter
accf_http_load="YES"

Sollten Sie sich für die MySQL-Datenbank entschlossen haben, müssen Sie noch mit den folgenden Befehlen eine leere Datenbank für Urchin anlegen:

root@yourserver# mysql -u root -p 

mysql> create database urchin character set utf8; 

mysql> GRANT ALL ON urchin.* to 'urchin'@'localhost' IDENTIFIED BY 'urchinpassword'; 

Selbstverständlich dürfen Sie statt urchinpassword ein eigenes Passwort verwenden. Sollten Sie eine vorhandene PostgreSQL verwenden wollen, finden Sie die entsprechenden Befehle in der im gezippten Installationspaket enthaltenen Anleitung. Um die mit Urchin mitgelieferte PostgreSQL zu nutzen, sinde diese Schritte nicht nötig.

Bevor Sie aber mit der Installation von Urchin beginnen, müssen Sie sich zunächst die aktuelle Urchin-Version 6.6.02 herunterladen. Sie finden den Download für alle unterstützten Betriebssysteme hier auf unserer Website. Es empfiehlt sich die Datei auf die eigene Workstation herunterzuladen und dort zu entpacken, da in der .ZIP-Datei einige .PDF-Dokumente und der für die Installation benötigte Tarball (.tar.gz) enthalten sind. Diesen Tarball kopieren Sie dann z.B. mit WinSCP auf das System, auf dem Sie Urchin installieren wollen. Das dafür benötigte temporäre Verzeichnis erstellen Sie entweder in WinSCP oder mit den folgenden Befehlen in einem Terminalfenster oder auf der Konsole:

mkdir /var/tmp/urchintemp
cd /var/tmp/urchintemp

Sollten Sie ausversehen das .ZIP-File hierher kopiert haben, können Sie es in einem Terminalfenster oder auf der Konsole so entpacken:

unzip urchin6602_linux2.6_kernel.zip

Installation – jetzt geht’s los!

Die Installation nehmen wir am besten als Benutzer mit Root-Rechten auf einer Konsole oder in einem Terminal-Fenster vor. Unter CentOS wäre das „root“ und unter Ubuntu der bei der Installation angelegte Benutzer. Als erstes entpacken wir den Tarball in dem temporären Verzeichnis:

tar xzvf urchin6602_linux2.6_kernel.tar.gz

Und starten danach das Installationsskript. Der Befehl lautet unter CentOS „./install.sh“ und unter Ubuntu „sudo ./install.sh“.

Die meisten Fragen brauchen Sie lediglich mit der Enter-Taste bestätigen, da die Vorschläge für eine Testinstallation optimal sind. Nachstehend sehen Sie den Ablauf des Installationsskripts bis zur Frage nach der Datenbank:

root@yourserver:/var/tmp/urchintemp # ./install.sh
Choose Language: [Default: 1]
1. English
2. Japanese / 日本語
3. Spanish / Español
-> <ENTER>

------------------------------------------------------------------------
-- Welcome to the Urchin Installation and Upgrade Utility
-- Version 6.602
------------------------------------------------------------------------

Please read the install.txt file before continuing. Urchin installs and
uses a lightweight Apache webserver for web-based administration and
report delivery. The installer may ask for the following information
during installation:
1. A port number for the Urchin webserver. Port numbers below 1024
require superuser privileges.
2. A valid user and group for ownership and operation.
3. SQL information: SQL server type, server hostname and port/socket,
database name for Urchin, and SQL username/password used to access
the database.

SECURITY NOTE: The web-based Urchin administration and reporting
interfaces use unencrypted HTTP by default. Use of HTTPS requires
installation of your site-specific SSL certificate and key files into
the Urchin distribution and configuring Urchin to enable SSL when the
web service starts. Please see the online product documentation for
specific details.

Please select the installation type [Default: 1]
   1. New
   2. Upgrade
-> <ENTER>

Specify the installation directory  [Default: /usr/local/urchin]:
-> <ENTER>

The specified directory does not exist: /usr/local/urchin

Do you want the script to create it? [Default: 1]
   1. Yes
   2. No
-> <ENTER>

Choose a port number for the webserver [Default: 9999]
-> <ENTER>

Choose a user for the webserver and file ownership [Default: nobody]
-> <ENTER>

Choose a group for the webserver and file ownership [Default: nobody]
-> <ENTER>

SQL Server Type [Default: 1]
   1. mysql
   2. postgresql
   3. install postgresql
->

Nun kommt ein Block, der sich abhängig von Ihrer Datenbankauswahl etwas unterschiedlich verhält. Wir zeigen hier alle drei Varianten, bzw. den entsprechenden Installationsablauf für eine Datenbank, die auf demselben Rechner wie die Urchin-Installation liegt (was aus Performancegründen auch anzuraten ist).

MySQL

Standardmäßig schlägt die Urchin-Installationsroutine als SQL-Servertyp die Option 1, also ein bereits installiertes MySQL vor. Sie müssen bei den Fragen nach dem SQL-Socketpfad, nach dem SQL-User und dem SQL-Passwort eine Antwort eingeben. Der Socketpfad steht für MySQL bei den meisten Distributionen in der Datei /etc/my.cnf und lautet in der Regel: /var/lib/mysql/mysql.sock. Der Pfad und der Dateiname der Konfigurationsdatei können von Distribution zu Distribution und von Paketquelle zu Paketquelle variieren. Unter Ubuntu steht die Information in /etc/mysql/my.cnf und lautet in der Regel /var/run/mysqld/mysqld.sock. Wurde die Datenbank mit den von Urchin empfohlenen Befehlen (siehe weiter oben) angelegt, so ist der Standardvorschlag bei der Frage nach dem SQL-User falsch und muss mit „urchin“ beantwortet werden. Im Anschluss geben Sie das Passwort für den Zugriff auf die Urchin-Datenbank ein. Das Passwort wird dabei nicht angezeigt, auch keine Ersatzzeichen.

-> <ENTER>

SQL Server [Default: localhost]
-> <ENTER>

SQL Socket path
-> /var/lib/mysql/mysql.sock

SQL Database [Default: urchin]
-> <ENTER>

SQL User [Default: nobody]
-> urchin <ENTER>
SQL Password
-> urchinpassword <ENTER>

PostgreSQL

Die zweite Option steht für eine bereits installierte PostgreSQL-Datenbank. Sie müssen bei den Fragen nach dem SQL-Socketpfad, nach dem SQL-User und dem SQL-Passwort eine Antwort eingeben. Der Socketpfad steht bei der Verwendung von PostgreSQL – sofern diese vorhanden ist – in der Datei data/postgresql.conf hinter unix_socket_directory und ist standardmäßig nicht gesetzt. Daher ist die Frage danach mit „null“ zu beantworten. Wurde die Datenbank mit den von Urchin empfohlenen Befehlen angelegt, so ist der Standardvorschlag bei der Frage nach dem SQL-User falsch und muss mit „urchin“ beantwortet werden. Im Anschluss geben Sie das Passwort für den Zugriff auf die Urchin-Datenbank ein. Das Passwort wird dabei nicht angezeigt, auch keine Ersatzzeichen.

-> 2<ENTER>

SQL Server [Default: localhost]
-> <ENTER>

SQL Socket path
-> null <ENTER>

SQL Port [Default: 5432]
-> <ENTER>

SQL Database [Default: urchin]
-> <ENTER>

SQL User [Default: nobody]
-> urchin <ENTER>

SQL Password
-> urchinpassword <ENTER>

Mitgeliefertes PostgreSQL installieren

Bei der dritten Option ist der Installationsteil kürzer; hier müssen Sie lediglich den Port bestätigen und das SQL-Passwort eingeben. Das Passwort wird dabei nicht angezeigt, auch keine Ersatzzeichen. Danach startet die PostgreSQL-Installation. Der Vorgang kann mehrere Minuten dauern. In einer X11-Session (GUI) informiert ein PopUp-Fenster über die gerade kopierten Dateien. In einer Konsolensitzung  erhalten Sie keinerlei Informationen über den Installationsfortschritt, bis die nächste Frage auftaucht.

-> 3<ENTER>

SQL Port [Default: 5432]
-> <ENTER>

SQL Password

-> urchinpassword <ENTER>

Installing PostgreSQL server

Die Installation abschließen

Ab hier ist der Ablauf wieder für alle Installationsvarianten gleich. Für den Download der Geodatenbank von den Google-Servern müssen Sie mit einem Volumen von ca. 200 MB (möglicherweise auch mehr) rechnen. In dem nachstehenden Abschnitt zeigen wir den Mitschnitt für den Fall einer Neuinstallation mit Installation der mitgelieferten PostgreSQL-Datenbank.

Would you like to initialize the configuration database during
install? [Default: 1]
   1. Yes
   2. No
-> <ENTER>

Would you like to enable automatic monthly updates of the geodata used
by Urchin? [Default: 1]
   1. Yes
   2. No
-> <ENTER>

Would you like the installer to start the Urchin webserver and scheduler
at the end of the installation? [Default: 1]
   1. Yes
   2. No
-> <ENTER>

------------------------------------------------------------------------
-- Summary Information

-- Installing Urchin 6.602

------------------------------------------------------------------------

Installation Directory: /usr/local/urchin
Webserver Port: 9999
Webserver User: nobody
Webserver Group: nobody
SQL Server Type: postgresql
SQL Server: localhost
SQL Socket path: null
SQL Database: postgres
SQL User: postgres
SQL Password: (set but not displayed)
Initialize configuration database during install: Yes
Automatic monthly geodata updates: Yes
Start Webserver and Scheduler: Yes

Please select continue or exit [Default: 1]
   1. Continue
   2. Exit
-> <ENTER>

Installing Urchin

Configuring Urchin to use existing SQL server
-- Initializing SQL database for Urchin
-- Configuring SQL parameters in urchin.conf

Creating webserver configuration

Setting file ownership and permission

Starting the Urchin webserver and scheduler daemon
Urchin webserver started on port 9999
Urchin SLAVE scheduler started
Urchin MASTER scheduler started
Urchin CPC scheduler started

------------------------------------------------------------------------
-- Installation Complete
------------------------------------------------------------------------

The Urchin administrative interface should be ready to use at

   http://yourserver:9999/

To start or stop the Urchin webserver or scheduler, run 'urchinctl start'
or 'urchinctl stop' from the installation bin directory.

The administrative interface default username is admin and the password
is urchin. A wizard will direct you through the process of licensing
the product and changing the default password. We strongly recommend
that you change the default value to something more secure.

root@yourserver:/var/tmp/urchintemp #

Urchin aktivieren

Die erfolgreiche Installation verifizieren Sie durch die Eingabe von „http://yourserver:9999/“ (wobei „yourserver“ für die IP-Adresse oder den Namen Ihres Servers steht) in Ihrem Webbrowser. Sie sollten dann folgendes Bild sehen:

Anmeldemaske der Urchin-Version 6.602

Melden Sie sich mit Username „admin“ und Password „urchin“ an und klicken auf der folgenden Seite auf den Link „Obtain Demo License“.

Lesen Sie sich die Lizenzbedingungen durch und klicken Sie dann unten auf den Button „Accept and Install“.

Und schon haben Sie eine Demo-Lizenz, die Sie unten über den Link „Install licence“ aktivieren.

Nun wird ein Setup-Wizard gestartet, der Sie durch die Basis-Konfiguration führt. Dabei handelt sich um insgesamt 4 Screens, mit denen in zwei Schritten einige Grundkonfigurationen vorgenommen werden. Die Angaben im ersten Schritt sollten Sie genau so stehen lassen, während Sie im zweiten Schritt durchaus ein neues Passwort für den User „admin“ vergeben sollten, insbesondere, wenn Sie anderen Leuten Zugriff auf das System gewähren wollen. Nach Abschluss dieser Basis-Konfiguration erscheint dann das normale Bild, welches nach dem Anmelden für den Superuser „admin“ angezeigt wird.

Viel Erfolg bei der Installation!

Ihr Detlef

Technikteam

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