Archiv für Dezember 2009
__utm.gif oder Wie werden Daten für Urchin in das Logfile geschrieben?
Vielleicht fragen auch Sie sich, wie letztendlich die Daten über das Logfile Ihres Webservers in Urchin gelangen? Nun, relativ einfach. Ist der Tracking Code und die Java-Script-Datei urchin.js erst einmal in jeder Webseite integriert, sendet dieser einen sogenannten HTTP-GET Befehl an Ihren Webserver und ruft damit eine transparente, 1×1 Pixel große, GIF-Datei ab.
Das alleine würde aber nicht ausreichen, da der bloße Abruf einer Datei zwar im Logfile vermerkt wird, aber daraus noch keine Erkenntnisse über den Besucher gewonnen werden könnten. Daher hängt das Script an diesen Aufruf verschiedene Abfrage-Parameter an. Ähnlich wie in einem Shop-System werden die Parameter mit einem Fragezeichen (?) eingeleitet und mit dem Ampersand (&) verkettet (z. B. …/index.html?artikel=schuhe&groesse=43&farbe=braun).
Zunächst einmal klingt das aber recht abstrus: Zum Übertragen von Nutzerdaten werden Abfrage-Parameter angehängt? “Ich will doch gar nichts von dem Server”, werden Sie sagen. Stimmt! Aber das ist der Weg, wie die Informationen ungekürzt in das Logfile gelangen können.
Was steht in einem Logfile?
Der Abruf eines jeden Elements, aus dem Ihre Webseite besteht, wird als separate Datenzeile im Logfile eingetragen. Dazu gehören CSS-Dateien genau so wie Java-Script-Dateien und auch Grafiken. Somit wird auch der Abruf des __utm.gif erfasst und erscheint im Logfile etwa so:
82.100.192.197 blog.webalytics.de - [21/Dec/2009:09:44:12 +0100] "GET /__utm.gif?utmwv=1&utmn=434929548&utmcs=UTF-8&utmsr=1280x1024&utmsc=32-bit&utmul=en-us&utmje=1&utmfl=10.0%20r32&utmcn=1&utmdt=webalytics%20blog&utmhn=blog.webalytics.de
&utmr=http://www.webalytics.de/&utmp=/"
Obwohl der URL in erster Linie hochgradig komplex erscheint, kann er dennoch einfach in seine Einzelteile zerlegt werden. Zunächst einmal ist da der Aufruf für __utm.gif, was sozusagen die Grundlage für alle Berichte in Urchin darstellt. Danach folgt ein sehr langer String mit Abfrageparametern. Jeder der Parameter enthält eine bestimmte Information, die dann zur Auswertung in den Berichten genutzt wird. Manche davon werden nur in bestimmten Fällen benutzt, andere kommen wiederum immer zum Einsatz.
Welche Informationen werden in Urchin gespeichert?
Schauen wir uns in den folgenden beiden Abschnitten (Parameter für Seitenzugriffe & E-Commerce) einmal an, welche Variablen zum Einsatz kommen und welche Bedeutung sie letztendlich haben.
Parameter für Seitenzugriffe
Die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Parameter werden für jeden Seitenzugriff erfassten, sobald das __utm.gif abgerufen wird.
| Variable | kurz für | Beschreibung | Beispiel |
| utmcn | campaign new | Startet eine neue Kampagnensitzung. Verändert Kampagnen-Erhebungsdaten; initiiert aber keine neue Sitzung. Entweder utmcn oder utmcr ist bei einem beliebigen Abruf vorhanden. | utmcn=1 |
| utmcr | campaign repeat | Weist einen wiederholten Kampagnenbesuch aus. Dieser Wert wird gesetzt, sobald ein wiederholter Klick auf den gleichen Link erfolgt. Entweder utmcn oder utmcr ist bei einem beliebigen Abruf vorhanden. | utmcr=1 |
| utmcs | character set | Zeigt verwendeten Zeichensatz der Seite an. Manchmal gibt die Webseite keine Auskunft dazu, worauf der Wert dann auf “-” gesetzt wird. | utmcs=UTF-8 |
| utmdt | document title | Seitentitel in URL-codiertem Format. | utmdt=webalytics%20blog |
| utmfl | flash | Gibt Auskunft über die auf dem Rechner eingesetzte Flash Version. | utmfl=10.0%20r32 |
| utmhn | host name | Hostname in URL-codiertem Format | utmhn=blog.webalytics.de |
| utmje | java enabled | Zeigt an, ob der Browser für Java aktiviert ist. “1″ bedeutet “ja”. | utmje=1 |
| utmn | Eindeutige ID, die für jeden GIF-Abruf generiert wird. Dient dazu, das Caching der GIF-Datei zu verhindern. | utmn=434929548 | |
| utmp | page | Seitenabruf der aktuellen Seite (“/” steht für die Startseite) | utmp=/ |
| utmr | referral | Verweisseite als kompletter URL. | utmr=http://www.webalytics.de/ |
| utmsc | screen color | Bildschirmfarbtiefe | utmsc=32-bit |
| utmsr | screen resolution | Bildschirmauflösung | utmsr=1280×1024 |
| utmul | user language | Browser-Sprache | utmul=en-us |
| utmwv | which version | Version des Tracking Codes | utmwv=1 |
Parameter für E-commerce
Handelt es sich bei der Website um einen Online-Shop oder ein sonstiges E-Commerce-System, werden zu jeder Transaktion mindestens zwei weitere Zeilen in das Logfile geschrieben: Eine Zeile für die Transaktion (oder den Vorgang) selbst und jeweils eine separate Zeile für jede verkaufte Position (Artikelzeile). Diese Parameter sind nur dann im __utm.gif enthalten, wenn eine Transaktion erfasst wird; für jede Position Ihrer Transaktion wird __utm.gif erneut abgerufen.
Eine Transaktionszeile könnte wie folgt aussehen:
82.100.192.197 shop.webalytics.de - [21/Dec/2009:09:45:12 +0100] "GET /__utm.gif?utmwv=1&utmt=tran&utmn=1831392004&utmtid=091222-081230&utmtst=Onlineshop
&utmtto=2295.00&utmtsp=0.00&utmttx=436.05&utmtci=Lampertheim&utmtrg=Hessen
&utmtco=Germany
Die Erläuterung zu den einzelnen Parametern finden Sie in der nachstehenden Tabelle:
| Variable | kurz für | Beschreibung | Beispiel |
| utmt | temporary | Spezielle Variable, der verschiedene Werte zugewiesen werden können (z. B. Ereignisse, Transaktionen, Elemente und benutzerdefinierte Variablen) | utmt=tran |
| utmtci | transaction city | Stadt des Rechnungsempfängers | utmtci=Lampertheim |
| utmtco | transaction country | Land des Rechnungsempfängers | utmtco=Germany |
| utmtid | transaction ID | Transaktion- oder Vorgangsnummer | utmtid=091222-081230 |
| utmtrg | transaction region | Bundesland oder Region des Rechnungsempfängers | utmtrg=Hessen |
| utmtsp | transaction shipping | Versandkosten | utmtsp=0.00 |
| utmtst | transaction store | Herkunft der Transaktion . Dient der Unterscheidung zwischen verschiedenen Affiliations. | utmtst=Onlineshop |
| utmtto | transaction total | Gesamtsumme (netto) | utmtto=2295.00 |
| utmttx | transaction tax | Umsatzsteuer (Gesamtwert) | utmttx=436.05 |
Eine Positionszeile könnte wie folgt aussehen:
82.100.192.197 shop.webalytics.de - [21/Dec/2009:09:45:12 +0100]"GET /__utm.gif?utmwv=1&utmt=item&utmn=575987983&utmtid=091222-081230&utmipc=URCHIN6SL&utmipn=Urchin
%20v6&utmiva=Software&utmipr=2295.00&utmiqt=1
Die Erläuterung zu den einzelnen Parametern finden Sie in der nachstehenden Tabelle:
| Variable | kurz für | Beschreibung | Beispiel |
| utmt | temporary | Spezielle Variable, der verschiedene Werte zugewiesen werden können (z. B. Ereignisse, Transaktionen, Elemente und benutzerdefinierte Variablen) | utmt=item |
| utmipc | item product code | Artikel- oder Herstellernummer (auch SKU genannt) | utmipc=URCHIN6SL |
| utmipn | item product name | Artikelbezeichnung | utmipn=Urchin%20v6 |
| utmipr | item price | Einzelpreis des Artikels | utmipr=2295.00 |
| utmiqt | item quantity | Artikelmenge | utmiqt=1 |
| utmiva | item variation | Artikelvariationen oder Kategorien (z. B. groß, mittel, klein, rot, grün, blau, etc.) | utmiva=Software |
Kann ich das auch ohne Logfile sehen?
Sofern Sie den Mozilla Firefox einsetzen und dazu das Add-On “Live HTTP headers” installieren, können Sie sich die einzelnen Zeilen auch im Live-Betrieb anschauen. Öffnen Sie dazu den Browser Firefox, klicken Sie dann auf das Menü “Extras” (Tools), und danach auf den Menüpunkt “Live HTTP headers”. Ein weiteres Fenster öffnen sich und Sie wechseln dann auf die Registerkarte “Generator”. Stellen Sie sicher, dass die Checkbox “request” markiert ist und rufen Sie dann die gewünschte Webseite im Firefox auf.
Sobald die Seite anfängt zu laden, werden im Fenster “Live HTTP headers”Einträge ersichtlich. Ist der Ladevorgang abgeschlossen, suchen Sie einfach nach Einträgen, die mit “#request# GET http://…/__utm.gif?…” beginnen. Diese können Sie dann einfach markieren, kopieren und in einem beliebigen Editor (z. B. Notepad) betrachten.
Was nützt mir das Wissen?
Durch die vorgenannten Erläuterungen haben Sie nun die Möglichkeit, und herauszufinden, warum in Urchin beispielsweise keine Daten angezeigt werden. Mit diesen Kenntnissen können Sie leicht ermitteln, wo in Ihrem System oder E-Commerce die Ursache für fehlende Transaktionsauswertungen liegt und können diese Probleme einfacher beseitigen.
Ich wünsche viel Spaß bei dieser Art von Forensik
– Diskussionen und Kommentare jederzeit willkommen.
Ihr Holger Tempel
Quickstart Guide für Google Analytics, 2. Auflage veröffentlicht
Seit Google die Version 4 von Google Analytics veröffentlicht hat, sind nun fast zwei Monate vergangen. Wir haben diese Zeit genutzt, um unseren Google Analyitcs Quickstart Guide komplett zu überarbeiten und and die neuen Features anzupassen.
Für wen wurde der Quickstart Guide für Google Analytics erstellt?
Unser kostenfreies 44-seitiges Booklet richtet sich an den ambitionierten Webanalyse-Neuling genauso wie an den fortgeschrittenen Webadmin, der einen logisch aufgebauten Leitfaden bzw. eine Art Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Implementierung von Google Analytics sucht.
Welche Inhalte bietet der Quickstart Guide für Google Analytics?
In dem Booklet finden Sie eine logisch aufgebaute Reihenfolge der durchzuführenden Aufgaben, wenn Sie Ihre Website mit Google Analytics auswerten wollen. Dabei fangen wir mit der Einrichtung des Analytics Kontos an und beschreiben die Erstellung von Profilen, Filtern und Zielen bis hin zur Auswertung von Kampagnen und E-Commerce. Abschließend geben wir noch Tipps zur Verwendung von Google Analytics und weisen auf Features und Hilfsmittel hin. Nachfolgend finden Sie einen Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis des Quickstart Guide:
- Einleitung
- Erstellen Sie Ihr Google Analytics Konto
- Prüfen Sie den Aufbau Ihrer Website
- Erstellen Sie ein Profil
- Was ist ein Profil?
- Wie erstelle ich ein Profil?
- Erstellen Sie Filter
- Wie werden Filter eingesetzt?
- Definieren Sie Ziele und Trichter
- Fügen Sie den Tracking Code in Ihre Website ein
- Verlinken Sie Google Analytics mit Google AdWords (optional)
- Konfigurieren Sie das E-Commerce Tracking (optional)
- Kennzeichnen Sie Ihre Kampagnen (optional)
- Wie funktioniert die Kennzeichnung in Google Analytics?
- Die fünf Dimensionen des Kampagnen-Tracking
- Tool zur URL-Erstellung
- Kampagnentracking in den Berichten
- Weitere interessante Features in Google Analytics
- Greifen Sie auf bewährte Methoden zurück
- Weitere Hilfsmittel
- Erweitern Sie Ihr Wissen – buchen Sie unser Training
- Impressum
Wo ist der Quickstart Guide für Google Analytics erhältlich?
Sie können sich das Booklet kostenfrei auf unserer Website als PDF-Datei herunterladen. Klicken Sie dazu einfach auf die nachfolgende Schaltfläche.
Weihnachtsbonus: Mehr geniale Features in Google Analytics
Wir alle lieben die Weihnachtszeit – und hier kommen ein paar gute Gründe, diese Zeit des Jahres noch mehr zu mögen.
Vor ein paar Wochen haben wir bereits ein Set leistungsstarker, flexibler und intelligenter Features vorgestellt. Jetzt sind weitere neue Features verfügbar, die darauf aufbauen und Ihnen das Leben als Analyst leichter machen. Heute macht Phil Mui auf der SES in Chicago das Nachfolgende bekannt (wir wissen, dass es Ihnen gefallen wird!):
Anmerkungen (Annotations)
Haben Sie sich auch schon einmal über einen unerklärlichen Anstieg oder Abfall Ihrer Websitebesucher gewundert? Oder vergessen, wann genau Sie ein Produkt herausgebracht haben bzw. wer dafür verantwortlich war? Nachdem Sie sich nachdenklich am Kopf gekratzt haben, mussten Sie in verschiedenen Abteilungen Ihrer Firma nachfragen oder in alten E-Mails graben, um die Antwort zu erhalten?
Beispiel:
- Wurde Traffic-Abfall durch einen heruntergefahrenen Server verursacht?
- Wann wurde die neue Anzeigenkampagne gestartet?
- Wer hat die Warenkorb-Seite neu gestaltet und wann wurde sie online gestellt?
Kopflos umherlaufen und jeden von der Marketing-, Produkt- oder IT-Abteilung zu fragen, hilft dabei wenig. Da immer mehr große Firmen Google Analytics nutzen, sorgt Google mit diesem Feature für eine signifikante Zeitersparnis, da die Laufzeit, um die Änderungen und Ursachen zu dokumentieren, erheblich reduziert werden. Jetzt sind diese fruchtlosen Bemühungen ein für allemal vorbei – endlich können Sie unerklärliche Abfälle oder Spitzen analysieren und dabei herausfinden, worin die Ursache begründet liegt.
Anmerkungen (Annotations) erlauben jedem Benutzer mit Zugriff auf ein Google Analytics Profil, gemeinsame oder private Notizen im Zeitstrahl zu hinterlassen und grafisch darzustellen. Aufbauend auf dem Konzept, Daten “intelligenter” zu machen, vervollständigen Anmerkungen (Annotations) das Feststellen von Anomalien durch Erfassen firmenbezogener Hintergründe. Die einfache Notiz eines Kollegen kann Sie somit vor Stunden unnötiger Arbeit (und Frustration) bewahren.
Um den Nutzen noch zusätzlich zu erweitern: Anmerkungen (Annotations) könnten zu Ihrem zentralen Ablage- bzw. Speicherort avancieren oder aber auch zum Logbuch für sämtliche Online-Marketing- resp. Website-Design-Aktionen für Ihre Firma werden. Ganz gleich, ob Sie mehrere Marketingteams, Agenturen oder Webmaster beschäftigen, ob Sie eine hohe Mitarbeiterfluktuation haben oder ob andere Störungen vorliegen, Sie können immer feststellen, welches Ereignis einen möglichen Anstieg oder Abfall der Conversions verursacht hat.
Kein Wunder, dass dies seit langer Zeit eines der am meisten gewünschten Features von Google Analytics ist!
Benutzerdefinierte Variablen jetzt in benutzerdefinierten Segmenten und Berichten verfügbar
Benutzerdefinierte Variablen bieten Ihnen die Möglichkeit und Flexibilität, Google Analytics anzupassen und erfassen einzigartige Nutzungsdaten der Site, die für Ihre Firma von Bedeutung sind.
Im Oktober stellte Google die Mehrfach Benutzerdefinierten Variablen (Multiple Custom Variables) vor. Der einzige Weg, Metriken zu diesen benutzerdefinierten Variablen anzuzeigen, bestand darin, den Standardbericht “Benutzerdefiniert” in der Sektion “Besucher” zu öffnen. Ab dieser Woche kann der Nutzer ein erweitertes Segment erstellen, welches jedweden Schlüssel, Wert oder eine beliebige Schlüssel-Wert-Kombination von Benutzerdefinierten Variablen enthalten kann. Mit anderen Worten: Haben Sie eine benutzerdefinierte Variable erstellt (z. B. “Angemeldetes Mitglied”), können Sie ebenfalls ein erweitertes Segment auf Basis dieser Variablen erstellen und dieses dann auf alle Berichte anwenden.
Die Fähigkeit, Besuchersegmente auf Basis von benutzerdefinierten Variablen erstellen zu können, trägt entscheidend dazu bei, das gesamte Potenzial von benutzerdefinierten Variablen zu maximieren. Die Nutzer sind nun in der Lage, Ihre Metriken mit den gewünschten Schlüssel-Werte-Paarungen beliebig neu anzuordnen.
Selbstverständlich können Sie nun auch benutzerdefinierte Berichte mit einer beliebigen Schlüssel- oder Werte-Dimension einer benutzerdefinierten Variablen erstellen. Damit erfahren Sie, wie sich ein mittels benutzerdefinerter Variablen erstelltes Segment mit den anderen Metriken in Google Analytics verhält.
Neuer Analytics Tracking Code Setup-Assistent
Eine Aufgabe der etwas respekteinflößenderen Art bei der Implementierung von Google Analyics in einer Website ist die manuelle Konfiguration des Tracking Code für spezielle Anwendungsbereiche. Darunter zählen z. B. mehrere Subdomains, Cross-Domain Tracking, Mobil-Web Tracking, PHP-sites, Kampagnen-Tracking, etc.
Das alles ist nun nicht länger Grund zur Besorgnis. Erstellen Sie jetzt ein neues Profil, entdecken Sie den neuen Tracking Code Setup-Assistenten, der Ihnen automatisch den zugehörigen Tracking Code zu Ihrer Auswahl generiert.
Neue Version der Google Analytics API
Später in dieser Woche wird Google eine weitere Ankündigung bezüglich neuer Features der Google Analyitcs API veröffentlichen. Ein kleiner Vorgeschmack: die Unterstützung der “Erweiterte Segmente” wird über die API möglich sein. Zusätzlich werden neue Dimensionen und Metriken verfügbar gemacht – inkl. derer, die in den unlängst angekündigten Features enthalten sind.
Fazit
Mit diesem “Nachschlag” liefert Google weitere professionelle und hilfreiche Features zu Google Analyitcs und bereichert das kostenfreie Tool erneut. Das Feature Anmerkungen (Annotations) ist meines Erachtens die nützlichste Ergänzung, da nun endlich detaillierte Informationen zu den jeweiligen Aktionen hinterlegt werden können.
Kommentare und Diskussionen sind herzlich willkommen!
Ihr
Holger Tempel
Hexenjagd 2010 oder “Wir machen Stimmung gegen Google…!”
Wir hatten unlängst schon in unserem Blog-Post “Deutsche Krankenkassen sollen auf Google Analytics verzichten” berichtet, wie plötzlich Google Analytics ins Kreuzfeuer der Kritik bei Krankenkassen-Websites geraten ist.
Unlängst wurde ein Artikel auf http://www.ibusiness.de/members/aktuell/db/238225fb.html veröffentlicht, in dem einmal mehr “jeder” etwas zu sagen hat – vor allen Dingen, wie “schlimm” doch Google und seine Datensammlerei sei… Die Einleitung:
Die Ankündigung deutscher Datenschützer, gegen die Anwendung von Google Analytics
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vorgehen zu wollen, hat Aufregung in der Branche verursacht. Die Datenschützer von Bund und Ländern verkündeten jüngst ihre Ansicht, dass die Benutzung des Tools gegen deutsches Recht verstoße. Nach dem Telemediengesetz könnten demnach Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen.
Die moderne Inquisition
Diese Schilderung kommt im Großen und Ganzen einer modernen Inquisition auf zivilisierterem Niveau gleich: Der Datenschützer (Geistliche) versteht etwas (Tracking, Marketing, Conversion-Optimierung, etc.) nicht wirklich und tut das Ganze als schwarze Magie bzw. Blasphemie (“…wer weiß, was die mit den Daten anstellen…!”) ab.
Glashaus? Steine? Was?
Bereits vor langer Zeit wurde ein Sachverhalt deutlich (und schon in vielen Hollywood-Produktionen bewiesen): Je mehr ein einzelner mit dem Finger auf andere zeigt und je lauter er einen angeblichen Missstand anprangert, desto mehr will er von seiner eigenen Unzulänglichkeit ablenken resp. desto mehr hat er selbst “Dreck am Stecken”.
Nun, ich habe definitv gar nichts dagegen, dass Daten über mich und meine Nutzungsgewohnheiten im Internet erhoben und analysiert werden: Ich habe nichts zu verbergen! Die Vehemenz, mit der allerdings “Datenschützer” diese Datenerhebungsmaßnahmen verdammen, ließe doch tatsächlich anmuten, dass hier eine Angst vor “Entdeckung” (Besuch von subversiven, inkriminierenden Webinhalten, Schmuddelseiten, etc.) durchklingt…
Geschürt durch die Zwangsparanoia der Datenschutz-Fanatiker wird nun eine wahre Hexenjagd gegen die nach Erfolg strebenden Website-Betreiber angestachelt, und damit jedwede Anstrengung, der Krise zu trotzen, sofort im Keim erstickt.
So wurde auch folgender Inhalt im vorgenannten Artikel veröffentlicht:
Christian Bennefeld
, Geschäftsführer bei Etracker GmbH
, teilt die Kritik am Suchmaschinen-Giganten ebenso entschieden wie grundsätzlich: “Google ist dabei, jeden einzelnen Internetnutzer genauestens zu profilieren. Jeder wird durchleuchtet: Woher er kommt, was er sucht, welche Interessen er hat, wie sein Einkaufsverhalten ist, welche religiöse und politische Einstellung er mitbringt, mit wem und über was er korrespondiert, welche Bilder er im Urlaub gemacht hat und und und. Sicherlich will Google uns mit diesem Wissen nur Gutes tun und seine Werbung gezielter ausliefern. Toll, dass ich dann keine Werbung für Damenmode mehr bekomme. Nur: um welchen Preis?”
Ja, Herr Bennefeld, könnten Sie Ihre rethorische Frage “Nur: um welchen Preis?” einmal ernsthaft selbst beantworten? Vielleicht komplett ohne Polemik? Und vielleicht auch ohne Ihre hauseigene Lösung in den Vordergrund zu stellen?
IP-Adresse ist anscheinend “sensibler” als die Bankverbindung
Komischerweise prangert derzeit keiner die real existierenden Gefahren an: Bonus-Systeme wie z. B. payback oder die Datenerhebungen der Mobilfunkbetreiber, etc. Bitte nicht falsch versethen: Ich habe grundsätzlich auch nichts gegen diese Art der Datenerhebung. Nur werden hierbei doch noch viel sensiblere Daten als meine (oftmals dynamische) IP-Adresse oder ein Cookie auf meinem Rechner gespeichert: hier erlangt der Anbieter definitv Kenntnis über meine Adresse, meine Bankverbindung, mein Geburtsdatum, meine Adresse, und vor allen Dingen: MEIN Kaufverhalten en Détail.
Ja, hier habe ich dann wohl auch einen Vertrag unterzeichnet, bei dem irgendwo (mehr oder minder) glaubhaft versichert wird, die Datenschutzbestimmungen einzuhalten und meine Daten nicht an Dritte weiterzugeben und bla bla bla… Mal Hand auf’s Herz: 1. Wer liest das? 2. Wer hat nicht durch einen solchen Vertrag schon einmal unerwünschte Werbung per Post erhalten? Nun werden viele aufbegehren: “…Sie haben doch unterschrieben, dass ‘Partner’ des Vertragspartners Ihnen geeignete Produkte…” Klar habe ich das. Aber deshalb wird die gefühlte Belästigung nicht weniger und die angeblich geeigneten Produkte nicht “geeigneter”…
Tracking = Warenhausanalyse
Für mich stellt das Tracking (neben der Tatsache, dass wir damit Geld verdienen – Ja, ich “oute” mich!) ein sinnvolles Instrument für die Messung der MASSEN-Akzeptanz der Webseiten dar und hilft dabei, diese ständig zu verbessern. Dabei tritt kein Individuum in den Vordergrund. Auch interessiert mich nicht, in welcher Strasse der einzelne Besucher der Site wohnt. Vielmehr ist für mich das Gesamtbild von Bedeutung.
Vergleichen wir das Tracking doch einfach einmal mit einem Warenhaus: Sie sind der Geschäftsführer und beobachten die Laufkundschaft, wie sie sich Artikel aus dem Angebot heraussucht, begutachtet, zur Kasse geht, bezahlt, in eine andere Abteilung schlendert, etc. Wenn ich Sie nun am Ende des Tages frage, WER die EINZELNEN Kunden waren, wohin sie gegangen sind, welche Artikel sie betrachtet und letztendlich gekauft haben, werden Sie wahrscheinlich mit den Achseln zucken und zugeben, es nicht zu wissen.
Welche Information Sie aber gewiss am Ende eines Tages haben wollen, ist wieviel Umsatz und ggf. wie viele Verkäufe das Warenhaus mit seinen vielen Abteilungen gemacht hat. Vielleicht haben Sie auch noch ein paar Aushilfskräfte engagiert, die die Anzahl der Personen ermittelt haben, die das Warenhaus betreten haben. Dann könnten Sie sogar eine Conversion-Rate berechnen!
Worauf ich hinaus will ist, dass auch beim Tracking – wie im Warenhausbeispiel geschildert – eine massenbedingte Anonymität vorherrscht. Der Warenhaus-/Sitebetreiber interessiert sich nicht für das (Kauf-)Verhalten des Einzelnen, sondern nur für das der Masse; Gesichter und Individuen sind völlig gleich. Erst durch eigenes Zutun (z. B. Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer) des Besuchers, tritt dieser aus der Anonymität der Masse und bekommt folglich eine Identität (Name, Gesicht, etc.) .
“Verlangsamung” von Prozessen durch sinnlose Opt-Ins
Im Zuge dessen wird plötzlich wieder der Schrei nach Opt-Ins laut. Opt-In… Was für ein Wort in diesem Zusammenhang! Wir alle können uns noch lebhaft an die Zeiten erinnern, als es “schick” war eine Flash-animierte Startseite mit einem ewig langen Intro zu präsentieren? Und in den Anfängen konnte man diese auch nicht überspringen, da es keinen “Skip”-Button gab… Wie oft hat man sich dann die von mal zu mal nerviger werdende Animation eines Balls, Autos oder schlichtweg Wortes anschauen müssen, bis man endlich auf den eigentlichen Inhalt zugreifen konnte? Nun, damals war das eben so! Und man hatte auch mehr Zeit zum Surfen – es gab auch noch nicht sooooo viele geeignete Websites. (Anmerkung des Autors: Erfolge wurden aber schon damals mit häßlichen “Zählern” auf der Website oder mit rudimentären Loganalysen gemessen)
Heute ist alles anders – wir nutzen eine Suchmaschine (ich sage explizit nicht, welche) um geeignete Informationslieferanten für einen gegebenen Suchbegriff zu finden. Und dann klicken wir uns durch die Angebote: erster Link, zurück, zweiter Link, zurück, erste Paid Placementanzeige, zurück, dritter Link, zurück, etc. Jedenfalls geht es mir so. Jetzt stelle ich die Frage in den Raum: Wie hoch wird die Frustration des Nutzers sein, wenn bei jedem Link, den er anklickt, ein Splash-Screen erscheint, der ihn fragt, ob er damit einverstanden ist, wenn sein Besucherverhalten mittels Tracking analysiert wird? Und wie groß wird die Akzeptanz des Nutzers sein, wenn er die gleiche Frage jedesmal beim Betreten der SELBEN Website gestellt bekommt? Schließlich ist das Speichern der Antwort mittels Cookie auf dem Rechner des Nutzers oder auf dem Server des Anbieters ebenfalls verwerflich…
Fazit
Es ist schon spannend zu sehen, wie sich doch der Deutsche ereifert, wenn es um die Privatsphäre und seine Daten geht… Liebe Leute, die Nutzung des Internets setzt – wie auch das Fahren mit dem Bus – die Mündigkeit des Benutzers voraus! Wenn also ein Nutzer nicht wünscht, dass seine Daten gespeichert oder sein Verhalten analysiert wird, muss er lediglich seinen Browser entsprechend einstellen.
Herr Schaar, vielleicht sollten Sie sich zunächst einmal mit der Technik und den Anforderungen der heutigen Zeit vertraut machen, anstelle Ihre Profilneurose zu kultivieren; Sie wissen doch: Wer zu allem seinen Senf gibt, wird schnell für ein Würstchen gehalten! Gerne laden wir Sie aber ein, unser nächstes Training zu Google Analytics KOSTENFREI zu besuchen…
Kommentare und Diskussionen sind herzlich willkommen!
Ihr
Holger Tempel

