Deaktivierungs-Add-on für Browser von Google unzureichend…

Vier Tage nachdem wir unser Tool OptMeOut veröffentlicht haben, kam Google ebenfalls mit einem Lösungsansatz bezüglich der leidigen Datenschutz-Thematik auf den Markt. Nachfolgend will ich dieses einmal näher beleuchten.

Hintergrund

Auf dem Google Summit  im Jahr 2008 machte webalytics die Verantwortlichen bei Google  in Mountain View auf das – seinerzeit noch „auf  kleiner Flamme gekochte“ – Thema Datenschutz in Deutschland aufmerksam. Damals stießen wir noch auf völliges Unverständnis.

Im Jahr 2009 wurde in einer Breakout-Session des Google Summits das Thema (wenn auch völlig unbefriedigend) zumindest aufgegriffen. webalytics erhielt bei der Argumentation tatkräftige Unterstützung  von anderen Google Analytics Certified Partnern aus der europäischen Region.

Der immer massiver werdende Druck auf Google schien dann die Verantwortlichen dazu bewogen zu haben, nach einer Lösung zu suchen und diese umzusetzen. Das Ergebnis liegt nun nach ca. einem halben Jahr Entwicklung vor.

Deaktivierungs-Add-on für Browser

Ein Lösungsansatz von Google, die Privatsphäre des Nutzers zu schützen und einigermaßen datenschutzkonform zu agieren, ist der des Deaktivierungs-Add-ons für Browser. Dieses Tool ist derzeit in verschiedenen Sprachen für die Browser

  • Internet Explorer (7 und 8),
  • Google Chrome (4.x und höher),
  • Mozilla Firefox (3.5 und höher)

verfügbar und kann auf der Webseite http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de kostenfrei heruntergeladen und im entsprechenden Browser installiert werden.

Download-Screen für Deaktivierungs-Add-on für Browser

Was passiert nach der Installation?

Nachdem Sie die Installation durchgeführt haben, können Sie das Add-On für den  jeweiligen Browserein- und ausschalten.  Dies geschieht in der Verwaltung der Erweiterungen des Browser (z. B. im Internet-Explorer über die Add-On-Verwaltung, im Chrome in Extensions und im Firefox mittels der Registerkarte Extensions der Add-Ons).

Probleme, die das Tool mit sich bringt

Meines Erachtens birgt dieser Ansatz mindestens drei Probleme:

Wie soll ein Nutzer vorgehen, der z. B. keine administrativen Rechte auf seinem Rechner besitzt und somit die Installation nicht durchführen kann? Eine „erzwungene“ Installation auf allen Rechner eines Unternehmens kann wohl nicht im Sinne des Erfinders liegen. Jedem Nutzer eines Rechners in einem Netzwerk / einer Domäne administrative Rechte zu vergeben kann jedoch auch nicht die Antwort sein…

Wie soll die Handhabung benutzerfreundlich von statten gehen, wenn hier nur absolut entschieden werden kann (Tool ein- oder Tool ausgeschaltet)? So ist es einem Nutzer beispielsweise wichtig, dass sein Verhalten auf bestimmten Websites nicht erfasst wird, auf anderen ist es ihm jedoch völlig egal. Es ist völlig unpraktikabel, ständig in der Verwaltung des Browsers das Tool ein- oder auszuschalten.

Was ist mit allen anderen Browsern? Auch wenn ich ein Verfechter von Chrome und Firefox bin, möchte ich dennoch nicht die große Gemeinde der Opera-, Safari- und anderer Gecko-Browser-Nutzer unter den Tisch kehren. Auch gibt es immer mehr iPhone- und jüngst auch iPad-Besitzer. Nicht zu vergessen, dass immer noch eine große Anzahl „alter“ Browser im Einsatz ist (IE 6 und früher, Firefox 3.0 und früher, Chrome vor Version 4). Für all diese Nutzer gibt es derzeit eine Lösung…

Fazit

Auch wenn der Ansatz und auch die Absicht von Google lobend zu erwähnen ist, bleiben dennoch zu viele Fragen offen. Nach wie vor liegt die Verantwortung, einen Besucher das An- und Abschalten des Trackings zu ermöglichen, beim Betreiber einer Website und sollte einen zentralen Ansatz verfolgen.

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