Urchin 7 als Backup für Google Analytics nutzen

Urchin 7 als Datensicherung für Google AnalyticsWie Ihnen bekannt ist, gibt es in Google Analytics keinerlei Möglichkeit, die erfassten Daten zu sichern oder im Nachhinein zu bearbeiten. Sind die Daten erst einmal in erhoben und in Google Analytics verarbeitet bzw. gefiltert, gibt es keinen Weg mehr zurück. Und genau hier kommt nun Urchin Software 7 ins Spiel. Urchin Software 7 ist das käufliche Pendant zu Google Analytics und kann die Daten nahezu identisch auswerten. Urchin Software in der aktuellen Version 7 jedoch steht Google Analytics in nicht all zu vielen Punkten nach – im Gegenteil: Urchin weist Berichte, interaktive Elemente und Features auf, die es in Google Analytics (welches bekanntermaßen aus Urchin entstanden ist) gar nicht gibt. Dazu zählen unter anderem:

  • Datenschutzkonformität
  • Wiederholtes Verarbeiten von historischen Datenbeständen
  • Anonymisierung von IP-Adressen NACH Geolokalisierung auf beliebige Werte (auch z. B. 127.0.0.1)
  • Einbinden von eigenen DNS-Einträgen
  • Auswertung von Intranets (auch ohne Internetanbindung)
  • Kampagnenauswertungen (inkl. Google AdWords)
  • uvm.

Mehr zu Urchin 7 finden Sie auf unserer Website unter http://www.webalytics.de/urchin-software/.

Unabhängig von den Features, die Google Analytics und Urchin Software aufweisen, ist Google Analytics in der Lage, die zu erfassenden Daten nicht nur an die Google Server zu übermitteln, sondern auch in das Logfile Ihres Webservers zu schreiben. Ein paar wenige Anpassungen genügen, und Sie haben ein Backup Ihrer Webnutzerdaten erstellt, das Sie jederzeit mit Urchin Software Version 7 auswerten können.

Wie muss ich meinen Webserver konfigurieren?

Zunächst stellt sich hier erst einmal die Frage, welchen Webserver Sie einsetzen. Betreiben Sie Ihre Website auf einem Apache oder einem Microsoft IIS? Oder befindet sich Ihre Site auf einem Server bei einem Hoster? Ganz gleich, welche Technik zum Einsatz kommt, Sie müssen dafür sorgen, dass die Cookie-Informationen in das Logfile des Webservers geschrieben werden können. Nachfolgend zeige ich Ihnen die Vorgehensweise für die beiden gängigsten Webserver.

Apache

Bevor Sie weiter fortfahren, stellen Sie bitte zunächst sicher, dass beim Apache die Zugriffsprotokollierung eingeschaltet ist.

Schritt 1: Kopieren Sie die UTM-Dateien in das Root-Verzeichnis der Website.

Die Dateien „urchin.js“ und „__utm.gif“ befinden sich im Verzeichnis <pfad-zu-urchin>/util/utm Ihrer Urchin-Installation. Kopieren Sie diese beiden Dateien in das Root-Verzeichnis Ihrer Website. WICHTIG: Die GIF-Datei beginnt mit zwei Unterstrichen.

Schritt 2: Aktivieren Sie für Apache die Protokollierung der Cookies.

Sie können das folgende httpd.conf-Beispiel verwenden, um die Cookie-Protokollierung zu aktivieren, falls dies nicht bereits eingerichtet ist:

LogFormat "%h %v %u %t \"%r\" %>s %b \"%{Referer}i\"\"%{User-Agent}i\"\"%{Cookie}i\"" special
...
<VirtualHost 63.212.171.6>
ServerName www.meine-domain.de
DocumentRoot /www/www.meine-domain.de
CustomLog /var/logs/meine-domain.log urchin
</VirtualHost>

Microsoft IIS

Der Microsoft IIS kann etwas einfacher zu konfiguriert werden, um das Protokollieren von Nutzungsdaten einzuschalten, da hier die nötigen Optionen einfach „hinzugeklickt“ werden können.

Schritt 1: Kopieren Sie die UTM-Dateien in das Root-Verzeichnis der Website.

Die Dateien „urchin.js“ und „__utm.gif“ befinden sich im Verzeichnis <pfad-zu-urchin>\util\utm Ihrer Urchin-Installation. Kopieren Sie diese beiden Dateien in das Root-Verzeichnis Ihrer Website. WICHTIG: Die GIF-Datei beginnt mit zwei Unterstrichen.

Schritt 2: Aktivieren Sie für die IIS-Protokollierung die Cookies.

Öffnen Sie den IIS-Manager und dann das Fenster „Eigenschaften“ für Ihre Website. Stellen Sie sicher, dass die Protokollierung aktiviert und das „W3C Extended Log“-Format ausgewählt ist. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Eigenschaften“ neben dem Format und aktivieren Sie auf der Registerkarte „Erweiterte Eigenschaften“ das Kontrollkästchen neben dem Cookie.

Anpassen des Google Analytics Tracking Code

Nachdem Sie die Vorbereitungen für Ihren Webserver gemäß der obigen Beschreibung vorgenommen haben, müssen Sie nun letztendlich noch den verwendeten Google Analytics Tracking Code anpassen. Nachfolgend führe ich die Änderungen an allen drei derzeit zum Einsatz kommenden Google Analyitics Tracking Codes auf.

Alter Tracking Code (urchin.js)

Ändern Sie Ihren Google Analytics Tracking Code wie folgt ab und fügen Sie die fett geschriebene Zeile hinzu:

<script src="http://www.google-analytics.com/urchin.js" type="text/javascript">
<script type="text/javascript">
   _userv=2;
   _uacct="UA-XXXXXX-Y";
   urchinTracker();
</script>

Ersetzen Sie „UA-XXXXXX-Y“ durch Ihre Google-Kontonummer.

Neuer Tracking Code (ga.js)

Ändern Sie Ihren Google Analytics Tracking Code wie folgt ab und fügen Sie die fett geschriebene Zeile hinzu:

<script type="text/javascript">
  var gaJsHost = (("https:" == document.location.protocol) ? "https://ssl." : "http://www.");
  document.write(unescape("%3Cscript src='" + gaJsHost + "google-analytics.com/ga.js' type='text/javascript'%3E%3C/script%3E"));
</script>
<script type="text/javascript">
  try {  var pageTracker = _gat._getTracker("UA-XXXXXX-Y");
  pageTracker._setLocalRemoteServerMode();
  pageTracker._trackPageview();
} catch(err) {}</script>

Ersetzen Sie „UA-XXXXXX-Y“ durch Ihre Google-Kontonummer.

Asynchroner Tracking Code

Ändern Sie Ihren Google Analytics Tracking Code wie folgt ab und fügen Sie die fett geschriebene Zeile hinzu:

<script type="text/javascript">
  var _gaq = _gaq || [];
  _gaq.push(['_setAccount', 'UA-XXXXXX-Y']);
  _gaq.push(['_setLocalRemoteServerMode']);
  _gaq.push(['_trackPageview']);
  (function() {
    var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text/javascript'; ga.async = true;
    ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 'https://ssl' : 'http://www') + '.google-analytics.com/ga.js';
    var s = document.getElementsByTagName('script')[0]; s.parentNode.insertBefore(ga, s);
  })();
</script>

Ersetzen Sie „UA-XXXXXX-Y“ durch Ihre Google-Kontonummer.

Funktioniert alles?

Prüfen Sie, ob der Ihre Änderungen korrekt Einträge in Ihrer Protokolldatei vornimmt, indem Sie das Protokoll anzeigen, nachdem Sie die Änderungen durchgeführt und auf einige Seiten der Website geklickt haben. Am Ende der Protokolldatei muss ein Eintrag vorhanden sein, der folgender Zeile ähnelt:

 ... "GET /__utm.gif?..." 200 ..."__utma=..."

Falls die Einträge vom Typ „utma“ nicht angezeigt werden, sollten Sie prüfen, ob die Cookies für die Protokollierung korrekt eingerichtet wurden. Lautet der Statuscode nicht 200, sollten Sie sich vergewissern, ob die Dateien richtig in das Dokumentstammverzeichnis kopiert wurden.

Das war schon alles! Ihre Website protokolliert jetzt alle Daten, die zu Google Analytics übertragen werden auch in Ihre Protokolldatei.

Log-Rotation

Zu guter Letzt sollte noch die Logrotation auf täglich 0:00 Uhr eingestellt werden. Dadurch erhalten Sie tägliche Logfiles, die Sie dann auf Ihrem System zu Datensicherungszwecken speichern und natürlich auch auswerten können.

Hosting-Anbieter und ISPs

Bitte klären Sie mit Ihrem Hosting-Anbieter, welche Server-Technik dort zum Einsatz kommt und ob das Logging gem. der obigen Beschreibung möglich ist.

Probleme bei der Umsetzung?

Gerne unterstützen wir Sie bei diesem Unterfangen – füllen Sie dazu einfach unser Supportformular auf unserer Website aus.

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