Urchin Version 7.x – Installation unter Linux – Ergänzungen für Debian-basierte Systeme

Installation und KonfigurationIn meinem Artikel Urchin Version 7.0.00 – Installation unter Linux habe ich am Beispiel eines CentOS-Systems beschrieben, wie Sie Urchin installieren. Die Beschreibungen sind aber nur auf RedHat-basierte Systeme ohne Modifikationen übertragbar. Für Debian und Debian-basierte Systeme sind einige wenige Besonderheiten zu beachten.

Wichtig: An dieser Stelle möchte ich noch einmal explizit darauf hinweisen, dass bei der Ausführung des Urchin-Installationsskriptes die englische Sprache zu wählen ist.

Linux ist von Haus aus ein System, das für den Kernel monarchisch geführt ist, ansonsten aber völlig anarchisch ist. Daher darf niemand erwarten, dass ein mehrsprachiges Installations-Skript auch tatsächlich unter jeder x-beliebigen Randbedingung funktioniert. Der Kernel unterstützt garantiert ASCII-Zeichen. Die Unterstützung der anderen Zeichensätze obliegt den Distributionen und da kocht jede ihr eigenes Süppchen. Die einzige Sprache, die nur mit ASCII-Zeichen auskommt und somit die Installation reibungslos ermöglicht, ist nun einmal Englisch. Alle anderen Sprachen können funktionieren, müssen aber nicht.

Im Installationsskript von Urchin wird bei der Frage nach der Gruppe ein anderer Default angezeigt, nämlich nogroup statt nobody. Dieser Default ist ebenfalls zu übernehmen. Und es existiert im Installationsskript noch eine zweite Abweichung: unter Debian-basierten Systemen lautet der MySQL-Socketpfad in der Regel /var/run/mysqld/mysqld.sock.

Nach der Installation von Urchin verhält sich Urchin unter den Debian-basierten Systemen völlig anders, als unter RedHat-basierten Systemen. Auf RedHat-basierten Systemen läßt sich Urchin problemlos über den Befehl /usr/local/urchin/bin/urchinctl start starten und die Installation als Autostartservice ist eher optional. Auf Debian-basierten Systemen muss Urchin zwingend als Autostartservice installiert werden, bevor alle Urchin-Services gestartet werden können. Die Urchin-Webseite ist zwar funktional, aber Urchin verarbeitet nichts! Um dies zu ändern, muss zunächst die Datei /usr/local/urchin/util/urchin_daemons geändert werden. Dazu verwenden Sie unter Linux den Editor „vi“ und geben auf der Kommandozeile den Befehl

vi /usr/local/urchin/util/urchin_daemons

ein. Damit wird der Editor gestartet und der Dateiinhalt angezeigt. Bewegen Sie den Cursor in die erste Leerzeile, fügen Sie den „INIT INFO“-Block, wie nachfolgend abgebildet ein und speichern Sie die Änderungen:

#!/bin/sh
# chkconfig: 2345 95 15
# description: Starts and stops the Urchin daemons

### BEGIN INIT INFO
# Provides:          urchin_daemons
# Required-Start:    $all
# Required-Stop:     $all
# Default-Start:     2 3 4 5
# Default-Stop:      0 1 6
# Short-Description: Starts and stops the Urchin daemons
# Description:       Controls the Urchin daemons "urchind", .urchincpcd
#                    and multiple "urchinwebd".
### END INIT INFO

# INSTALLDIR should be automatically set in this script when Urchin is

Nachdem Sie die Datei modifiziert haben, müssen Sie diese noch nach /etc/init.d/ kopieren und ausführbar machen, bevor sie als Service installiert werden kann. Für diese letzten Schritte verwenden Sie ab Debian 6 folgende Befehle, die Sie als root oder mit root-Rechten ausführen müssen:

cp /usr/local/urchin/util/urchin_daemons /etc/init.d/
chmod +x /etc/init.d/urchin_daemons
insserv /etc/init.d/urchin_daemons

Bei älteren Debian-Versionen oder anderen Distributionen müssen Sie den letzten Befehl möglicherweise gegen einen anderen austauschen. Den entsprechenden Befehl finden Sie in der Dokumentation der jeweiligen Distribution oder über die Google-Suche heraus.

Nun müssen Sie Ihr System nur noch neu starten und Urchin wird automatisch mit allen erforderlichen Diensten (Services oder Daemons) gestartet.

Viel Erfolg bei der Installation!
Ihr webalytics-Technikteam

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