Rezension: Online-Marketing und Recht

'Online-Marketing und Recht' aus dem mitp-Verlag - jetzt kaufen!

Für all diejenigen, die ihre ersten „Gehversuche“ im Internet wagen und erkannt haben, dass über dieses Medium Kunden gewonnen werden können, ist das Buch ‚Online-Marketing und Recht‘ aus dem mitp-Verlag ein Muss.

Eine Website alleine ist heute schon lange nicht mehr absatz- bzw. umsatzfördernd. Online-Shop, Inhalte der eigenen Seiten, E-Mail- & Affiliate-Marketing, Paid Search, etc. sind probate und unverzichtbare Mittel, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden. Jedoch gilt es bei jeder einzelnen Maßnahme urheber- bzw. wettbewerbsrechtliche und gesetzliche Punkte zu berücksichtigen, die bei Nichtbeachtung erhebliche Kosten nach sich ziehen können.

Genau davor will der Autor den Leser schützen, was ihm mit dem Buch meines Erachtens nach auch gut gelingt. So kommt er ohne Umschweife im ersten Kapitel auf die Kardinalsfehler der einzelnen Bereiche zu sprechen, die er dann in den folgenden Kapiteln ausführlich erläutert. Natürlich ist der Inhalt des Buchs, wie bei solch einer komplexen und schwierigen Materie nicht anders zu erwarten, keine leichte Kost. Ein gewisses Grundverständnis für das deutsche Recht sowie einige kaufmännische Grundlagen sind für das Verarbeiten des Lesestoffs hilfreich.

Bei der deutschen Rechtsprechung ist es nicht weiter verwunderlich, dass die einzelnen Bereiche vielleicht nicht immer die gewünschte oder eindeutige Antwort auf die eine oder andere Frage geben. Dennoch hilft das Werk dem Einsteiger, sich in dem Paragraphen-Dschungel, der nun auch schon seit langem im World Wide Web wuchert, besser zurecht zu finden und die Do’s & Dont’s im Online-Marketing zu beachten.

Der Autor ist selbst der Auffassung, dass dieses Buch nur als Hilfsmittel bzw. Wegweiser angesehen werden sollte. Im Einzelfall oder Zweifelsfall jedoch sollte immer ein fachkundiger Anwalt konsultiert werden. Positiv fällt dabei auf, dass sich der Leser des Buchs im Nachgang auch jederzeit auf der Website des Autors aktuell halten kann.

Leseproben

Aus dem Inhalt:

Hauptfehler bei Domains (Kapitel 2)

Gattungsbegriff und Stadtname in Domain

Das OLG Hamm hat dem Inhaber der Domain tauchschule-dortmund.de die Verwendung der Domain untersagt, weil dadurch der Eindruck entstehe, es gebe nur diese eine Tauchschule in Dortmund bzw. diese sei »das erste Haus am Platze« (Abschnitt 2.2.6).

Marken als Domain-Bestandteil

Wer geschützte Marken als Domain-Bestandteil verwenden will, sollte sicher sein, dass die Verwendung ausnahmsweise statthaft ist oder vom Markeninhaber geduldet werden wird (Abschnitt 2.2.2).

Verwendung der TLD .ag durch ein Unternehmen, das keine Aktiengesellschaft ist

Die Verwendung der Domain unternehmensname.ag kann von den Gerichten als irreführend angesehen werden, wenn es sich bei dem anbietenden Unternehmen nicht um eine Aktiengesellschaft handelt (Abschnitt 2.2.7).

Hauptfehler auf der eigenen Website (Kapitel 3)

Stadtplanausschnitte werden als Wegbeschreibung verwendet

Stadtpläne genießen Urheberschutz. Werden Ausschnitte einfach heruntergeladen und auf der eigenen Website zum Beispiel als Wegbeschreibung verwendet, muss mit kostspieligen Abmahnungen gerechnet werden (Abschnitt 3.1.3).

Urheberrechtswidrige Verwendung von Fotos auf der Website

Professionell erstellte Bilder werden für Offline-Zwecke erstellt, aber auch online verwendet. Wird mit dem Fotografen nichts anderes vereinbart, berechtigt die Zurverfügungstellung von Fotos für eine Unternehmensbroschüre nicht auch zum Upload auf die Firmenwebsite (Abschnitt 3.1.3).

Fotos von Kundenevents werden ungefragt online gestellt

Werden Kundenevents fotografisch begleitet, dürfen die Bilder nicht ohne Weiteres im Anschluss auf die Unternehmenswebsite eingestellt werden. Ist der Abgebildete nicht nur bloßes Beiwerk, muss vorab gefragt werden, ob ein Einverständnis mit der Veröffentlichung besteht (Abschnitt 3.1.3).

Hauptfehler im Online-Shop (Kapitel 4)

Falsche oder fehlende Widerrufsbelehrung im B2C-Bereich

Im Online-Handel muss jedem Verbraucher das Recht zugestanden werden, den Kauf ohne Angabe von Gründen rückgängig machen zu können. Über dieses Widerrufsrecht ist der Verbraucher zu informieren. An Inhalt und Form der Belehrung werden strenge Anforderungen gestellt, die vielfach ignoriert werden. Es ist empfehlenswert, die vom Gesetzgeber zur Verfügung gestellte Musterbelehrung zu verwenden. Ohne anwaltliche Hilfe sollte davon nicht abgewichen werden (Abschnitt 4.1.3).

Fehlende Anpassungen an geänderte Rechtslage

Kaum ein Rechtsgebiet ist so häufigen Änderungen unterworfen wie das Fernabsatzrecht. Als Unternehmer müssen Sie sich ständig über diese Änderungen auf dem Laufenden halten. Dies gilt umso mehr, als Übergangsfristen oft nicht eingeräumt werden. Vom Tag des Inkrafttretens eines neuen Gesetzes muss dieses von den Unternehmern daher in der Regel beachtet werden (Abschnitt 4.1).

Nichterstattung von Versandkosten im Falle des Widerrufs

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass dem Verbraucher die Kosten für den Versand der Ware vom Händler zum Kunden zu erstatten sind, wenn der Kunde den Kaufvertrag widerruft. Etwaige Versandkostenpauschalen sind also mit dem Kaufpreis der Ware zu erstatten. Wer das nicht tut, handelt wettbewerbswidrig und kann abgemahnt werden (Abschnitt 4.1.5).

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