Social Media – Ein Muss für Unternehmen?

In der heutigen Zeit herrscht die Meinung vor, dass Unternehmen, die keinen Social-Media-Kanal anbieten, grob fahrlässig handeln. Social Media sei zum einen der Kommunikationsweg der Zukunft und zum anderen böte es diverse Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz abzuheben und die jüngere Generation (sprich: die Käufer von heute, morgen und übermorgen) anzusprechen.

Hier darf allerdings die Frage gestellt werden, ob Social Media wirklich die eierlegende Wollmilchsau ist, wie sie von allen vorherrschenden Meinungsführern angepriesen und für Unternehmen als unverzichtbar erklärt wird.

Muss man als Unternehmen mitmachen?

Social Media - Ja oder Nein?Klare Antwort: Nein! Der Einsatz von Social Media in einem Unternehmen kann nicht mit einem generellen Ja beantwortet werden. Jedes Unternehmen muss zunächst für sich selbst analysieren, inwieweit Social Media hinsichtlich der Einsetzbarkeit, Durchführbarkeit und Sinnhaftigkeit überhaupt in Frage kommt. Dabei spielen einige Faktoren eine gewichtige Rolle, wie beispielsweise:

  • Handelt es sich um ein B2C- oder B2B-Unternehmen?
  • Welchem Wirtschaftszweig ist das Unternehmen zugeordnet?
  • Welche Produkte, Dienstleistungen bietet das Unternehmen an?
  • Sind die interessanten, relevanten Stakeholder in den Social-Media-Kanälen anzutreffen?
  • Möchte das Unternehmen einen echten Kundendialog führen?

Für den Einsatz von Social Media in Unternehmen ist es zunächst von besonderer Bedeutung zu wissen, auf welchem Sektor das Unternehmen tätig ist. B2C-Unternehmen unterscheiden sich doch erheblich von B2B-Unternehmen. Neben der Aufstellung und Positionierung ihrer jeweiligen Produkte ist auch der Kundenkreis und deren Ansprache sehr unterschiedlich und muss berücksichtigt werden. Für B2C-Unternehmen ist die Nutzung von Social-Media-Kanälen wesentlich einfacher und ratsamer, da ihre Kunden vermehrt in diesen Kanälen anzutreffen sind.

Nicht jeder Wirtschaftszweig ist für Social Media geeignet!

Der Wirtschaftszweig des Unternehmens spielt bei der Entscheidung für oder gegen Social Media ebenfalls mit ein, ungeachtet davon, ob es sich um ein B2C- oder B2B-Unternehmen handelt. Nicht jeder Wirtschaftszweig ist für Social Media geeignet, da entweder die Geschäftsfelder der Unternehmen zu weit gefächert oder die Kunden in den Social-Media-Kanälen nicht anzutreffen sind.

Social Media - nicht für jeden WirtschafszweigÄhnlich wie bei den Wirtschaftszweigen verhält es sich mit den von den Unternehmen angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Nicht jedes Produkt bzw. Dienstleistung kann über einen Social-Media-Kanal beworben, angeboten oder vertrieben werden. Eine zu hohe Komplexität oder Erklärungsbedürftigkeit der Produkte sind nur zwei Beispiele, die den Einsatz von Social Media erschweren und in Frage stellen lassen.

Eine der wichtigsten Fragen, die sich bei der Analyse eines Social-Media-Engagements für ein Unternehmen stellt, ist die, ob die für das Unternehmen interessanten und relevanten Stakeholder in den Social-Media-Kanälen überhaupt anzutreffen sind. Bei den Stakeholdern handelt es sich nicht nur um die Kunden des Unternehmens, vielmehr muss auch Ausschau nach Meinungsführern, Konkurrenzunternehmen, Angestellten, Lieferanten, Partnerunternehmen, Shareholdern und Interessenten in den Social-Media-Kanälen gehalten werden. Sind diese unterschiedlichen Teilöffentlichkeiten in Social Media vertreten? Wenn ja, nehmen sie eine aktive oder passive Rolle ein?

Hierbei stellt sich für das Unternehmen die nächste Frage die es zu klären gilt. Möchte das Unternehmen überhaupt einen echten Kundendialog führen oder möchte es lediglich eine rein informative Rolle übernehmen? Denn Social Media ist nichts anders als ein Dialog in Reinform mit den Stakeholdern, der letztendlich ein wichtiger Baustein für den Erfolg eines Unternehmens sein kann. Ein rein informatives Angebot in Social Media, wie beispielsweise das Anpreisen von Produkten oder Dienstleistungen, ist wenig zielführend und kann sogar nach hinten losgehen.

Lohnt sich Social Media für Unternehmen?

Social Media - lohnt sich das?Ganz so einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Die vorherrschenden Meinungsführer sind mehr denn je davon überzeugt, dass allein ein Engagement in Social Media einen Nutzen in Form eines höheren Return on Investment (ROI) für das jeweilige Unternehmen mit sich bringt. So kann eine gut geführte Öffentlichkeitsarbeit nicht nur einen Imagegewinn bewirken, sondern auch zu einer Umsatzsteigerung und damit auch zu einem höheren ROI führen. Jedoch verschweigen die Meinungsführer gerne, dass es alles andere als einfach ist, den ROI von Social-Media-Aktivitäten zu messen. Dafür fehlen nicht zuletzt eindeutig zuordbare Kennzahlen, mit denen sich der ROI berechnen lassen kann. Eine mögliche Kennzahl, die immer wieder angeführt wird, ist die Anzahl der Kaufentscheidungen von Kunden. Allerdings hat die neueste Studie von Forrester Ernüchterung auf diesem Gebiet gebracht. Der Studie zufolge beeinflusst Social Media auf dem B2C-Sektor weniger als 1% der Kaufentscheidungen im Internet. Auf dem B2B-Sektor wird es sogar noch weniger sein, aus den bereits genannten Gründen.

Ob sich Social Media für Unternehmen auszahlt oder nicht, hängt deshalb in erster Linie von der Wirtschaftlichkeit des Social-Media-Engagements ab. Noch so gut geführte Social-Media-Kanäle bringen einem Unternehmen wenig ein, wenn kein monetärer Nutzen daraus gezogen werden kann.

Abwägung ist alles!

Social Media? Abwägung ist alles!Hinterfragen Sie sich als Unternehmen, ob Social Media für Sie überhaupt Sinn macht. Bringt es Sie als Unternehmen nach vorne und wollen Sie den Dialog mit ihren Kunden führen? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, dann ist Social Media definitiv ein Muss für ihr Unternehmen und Sie sollten mit der Konzepterstellung ihrer Social-Media-Aktivitäten beginnen.

Wenn sich allerdings diese Fragen mit Nein beantworten lassen, wäre es für ihr Unternehmen ratsamer, weniger Zeit und Geld in Social-Media-Aktivitäten zu investieren, dafür mehr in andere Marketingaktivitäten, die einen nachweislichen Mehrwert mit sich bringen.

 

In diesem Sinne – “social media, or not social media: that’s the question“…

Herzliche Grüße, Ihr Andreas Sammet

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