Lerneffekte bei Social Networks

Fast 25.000 Likes verzeichnet die Facebook-Seite der Freien Universität Berlin. Und auch die Uni in Mannheim kann sich über fast ebenso viele „Gefällt mir” Klicks freuen. Nahezu uneinholbar vorn in der Gunst der Nutzer liegt allerdings die Munich Business School mit fast 66.000 Nutzern (Stand März 2015).

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Solche Zahlen machen deutlich, dass es für Unternehmen wieauch für Hochschulen längst selbstverständlich ist, sich in den sozialen Netzwerken zu präsentieren und zu engagieren, um mit den Studenten und Interessenten einen professionellen, persönlichen und informativen Dialog zu führen, mehr Traffic für die Website zu generieren und sich für neue Studenten interessant zu machen. Die Gefahren sind dabei für alle Anbieter gleich groß.

Die Gründe für den Trend, sich zu nehmend in sozialen Netzwerken zu präsentieren, liegen auf der Hand: Diese im Wesentlichen kostenlose Werbung erfordert lediglich einen Computer und einen Internetzugang. Laut comScore sind 84 % der Internetnutzer weltweit in sozialen Netzwerken aktiv.

In den USA hat sich die Nutzung sozialer Netzwerke zwischen 2007 und 2011 fast verdoppelt, während sie in China um etwa die Hälfte (53%) gestiegen ist. Und in der Zielgruppe der Schüler und Studenten dürften die Zahlen noch deutlich höher ausfallen. Wobei Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke in den Schulen und Universtäten längst nicht mehr nur eine Spielwiese von Jugendlichen sind. Auch für den Unterricht werden vielfältige Möglichkeiten genutzt, um das kommunikative, berufliche, politische und kreative Potenzial des Social Web zu nutzen.

Für Kriminelle ist Facebook ein Paradies

Ebenso wie in Unternehmen stellen die Aktivitäten der Facebook-Nutzer allerdings auch an den hauseigenen Rechnern der Bildungseinrichtungen eine echte Gefahr dar. Denn die hohe Interaktionsrate, gepaart mit menschlicher Neugier und jeder Menge Unerfahrenheit, macht es Kriminellen sehr leicht möglich, mit wenig Aufwand Schadprogramme zu verbreiten, auf Daten zuzugreifen, oder auf unlautere Weise Geld zu verdienen. Schüler und Studenten sind hier ebenso wenig vor bösartigen Taktiken von Betrügern in sozialen Netzwerken geschützt wie die Lehrer oder Mitarbeiter in Unternehmen, die zu einem Großteil soziale Medien zu privaten Zwecken auch am Arbeitsplatz nutzen.

Gefahren lauern überall

App-Vielfalt der Social Media

Die meisten Anwender verbringen durchschnittlich 1 von 5 Minuten Online-zeit in sozialen Netzwerken.

Ein Beispiel für solche Gefahren ist die gefälschte App WhatsApp, die im August 2012 auf Facebook im Umlauf war. Bei diesem Angriff wurden Opfer zu einer gefälschten Whats App Facebook-Seite geleitet, auf der App-Berechtigungen abgefragt werden. Sobald der Ahnungslose die Berechtigungen erteilt hatte, wurden andere vermeintliche Nutzer der WhatsApp-App angezeigt und er wurde zu einer Seite mit einer Einverständniserklärung weitergeleitet. Wie die gefälschten Instagram-, Farm Frenzy- und Angry Birds Space-Apps scheint sich auch diese Bedrohung gezielt gegen Anwender von Mobiltelefonen zu richten.

Gefälschter WhatsApp Messenger

Darüber hinaus wurde eine verwandte Bedrohung, ein gefälschter WhatsApp Messenger, aufgedeckt, der auf die Kontaktdaten in der Freundesliste zugreift. Durch diesen Betrug verbreitet sich die Bedrohung über die Freunde von Opfern. Dabei müssen Schüler, Studenten oder Mitarbeiter nicht einmal unbedingt auf soziale Netzwerke zugreifen, um Angriffen in sozialen Medien zum Opfer zu fallen. Bei einem ähnlichen Angriff im September 2012 wurden Spam-Empfänger dazu verleitet, auf einen gefälschten Linkedln-Einladungslink zu klicken, der wiederum auf Websites mit dem berüchtigten Blackhole Exploit Kit weiterleitete. Das Blackhole Exploit Kit ist für weltweite Spam-Angriffe verantwortlich und dafür bekannt, Bedrohungen auf die jeweiligen Softwareschwachstellen eines PCs auszurichten.

Zugriffe auf vertrauliche Informationen

Cyberkriminelle, die das Verhalten von Mitarbeitern in sozialen Netzwerken verfolgen, können ganz einfach beispielsweise auch an vertrauliche und geheime Informationen von Forschungseinrichtungen und Unternehmen gelangen. Beim Durchforsten von Tweets, Blog-Einträgen und Status-Updates leichtsinniger Mitarbeiter können Identitätsdaten von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen oder sogar Informationen über Forschungsdaten, die finanzielle Situation oder interne Probleme eines Unternehmens offengelegt werden. Denn leider allzu oft sprechen Mitarbeiter in sozialen Netzwerken über Unternehmensprobleme. Wenn hier nicht bestimmte Maßnahmen ergriffen werden, kann ein Mitarbeiter eines Unternehmens allein durch die Veröffentlichung von Status-Updates vertrauliche Daten der breiten Öffentlichkeit, einschließlich Cyberkriminellen, zugänglich machen.

Richtlinien zur Verwendung sozialer Medien durchsetzen

Wie jedes Unternehmen sollten auch Bildungseinrichtungen aller Art offizielle Richtlinien zur Verwendung sozialer Medien auf dem Campus festlegen. Datenschutzbestimmungen, ein bewusster Umgang mit persönlichen Daten, Missbrauch von Informationen aus Userprofilen und versteckte Werbebotschaften sollten immer wieder Themen sein. Es reicht jedoch nicht, Richtlinien einfach nur festzulegen – sie müssen auch durchgesetzt werden! Alle User sollten überbewährte Methoden bei der Verwendung sozialer Netzwerke informiert werden, einschließlich möglicher Folgen bei Missbrauch. Es müssen klare und genaue Richtlinien erstellt werden, die keinen Raum für Zweifel oder Fehler lassen, um die Risiken der sozialen Netzwerke möglichst gering halten zu können.

 


Quelle: IM – Talk about Values 02.2015

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