Archiv für die Kategorie „Urchin“
Urchin 7 endlich veröffentlicht!
Nach langem hin und her wurde gestern endlich die lang erwartete Version 7 der Software Urchin von Google veröffentlicht. Wie wir bereits in unserem Newsletter im August ankündigten, hat sich in der finalen Version einiges getan. Urchin 7 hat einen riesen Schritt vorwärts in Bezug auf selbstgehostete Webanalyse-Software gemacht und liefert einen bisher nicht dagewesenen Mix aus Verarbeitungsgeschwindigkeit und und Berichtstiefe der Analysedaten.
Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und schauen Sie sich die neuen Features etwas genauer an. Im Anschluss können Sie sich einfach eine Demo-Version bei uns herunterladen und diese ausgiebig für 30 Tage testen. Sofern Ihnen Urchin gefällt, kaufen Sie einfach eine Lizenz und wandeln Sie Ihre Demo-Version in eine Vollversion um, ohne die Software neu installieren zu müssen oder die bereits konfigurierten Details zu verlieren.
Die neuen Features in Urchin 7
- Echte 64-bit Power: Nutzen Sie die Vorteile, die aktuelle Servertechnologie bietet – mit Urchin 7 in der 64bit Version sind große Protokolldateien (Logfiles) kein Problem mehr und die Verarbeitungsgeschwindigkeit wird entsprechend angepasst.
- Komplett überarbeitete Oberfläche: Urchin 7 wurde stark an das Nutzerinterface von Google Analytics angepasst – so ist der Umstieg kein Problem mehr und der Nutzer findet sich schnell zurecht.
- Neuer Google AdWords Tag Manager: Beobachten und aktualisieren Sie Ihre Google AdWords Links und analysieren Sie Ihre Kampagnen schnell & einfach.
- 1.000 Profile ohne Protokollquellen-Limit: Erstellen Sie mit Ihrer Urchin 7 Lizenz bis zu 1.000 Profile und beliebig viele Protokollquellen – genug für einen kleinen Hosting-Provider, wobei auch CDNs nun Berücksichtigung finden können.
- Ereignis-Tracking: Erfassen Sie Daten zur Nutzung multimedialer Inhalte wie z. B. Audio- und Videoplayer und erkennen Sie so, welche Inhalte Ihre Besucher attraktiv finden.
- Parallele Profilverarbeitung: Machen Sie sich die Rechenleistung aktueller Multiprozessor-/High-Performance-Server zunutze und verarbeiten Sie in Urchin 7 mehrere Profile parallel – in Umgebungen mit einer hohen Anzahl an Profilen kann das zu enormer Zeitersparnis führen.
- Erweiterte Segmentierung: Identifizieren und analysieren Sie Gruppen von Besuchern, die für Ihren Geschäftserfolg wirklich wichtig sind – wenden Sie die erweiterte Segmentierung einfach auf Ihr Profil an und sehen Sie in jedem Bericht ausschließlich das gewünschte Subset an Daten.
- Benutzerdefinierte DNS-Einträge: Ab Urchin 7 ist es wieder möglich, benutzerdefinierte DNS-Einträge in die Auswertung miteinfließen zu lassen – Nutzen Sie z. B. die Einträge Ihres DNS-Servers für die Auswertung Ihres Intranets.
- Anpassbare Geo-Datenbank: mit der neuen Geo-Datenbank bietet Urchin 7 die Möglichkeit, die Geolokalisierung der Besucher auf verschieden filigranen Stufen durchzuführen – somit ermitteln Sie genau die richtige Balance zwischen Geodatentiefe und Verarbeitungsgeschwindigkeit bzw. Speicherauslastung.
- Permalinks: Ab sofort können Sie in Urchin 7 beliebige Links zu Berichten per E-Mail an andere Nutzer versenden, sodass diese sich den gleichen Bericht samt aller darin getroffenen Einstellungen ebenfalls ansehen können.
- Neugruppierung der Berichte: In Urchin 7 wurden die Berichte neu gruppiert und folgen somit einer Google-Analytics-ähnlichen Logik.
- Neue Daten-API 2.0: Urchin 7 verwendet nun die neue API 2.0, mit der Daten aus Urchin extrahiert und extern weiterverarbeitet werden können (z. B. CRM oder ERP)
- Benutzerdefinierte Filterreihenfolge: Ab Urchin 7 können die einem Profil oder einer Protokollquelle zugewiesenen Filter nun in der Reihenfolge geändert werden – endlich können damit auch komplexere Filter-Methoden Anwendung finden.
- Automatische Software-Updates: Mit Urchin 7 wird nun auch das Aktualisieren der Software zum Kinderspiel – Lokale Hilfe, Geo-Datenbank und Softwareversion werden automatisch aktualisiert.
- Erweiterte Suchtabellen: In Urchin 7 kann nun definiert werden, wo sich eine Suchtabelle befindet – dadurch ist für die Pflege und Verwaltung einer Suchtabelle endlich der Zugriff auf das Dateisystem einer Urchin-Installation nicht mehr zwingend nötig.
- Neuer Bericht “Site-Summary”: Der neue Site-Summary-Bericht liefert auf einen Blick alle relevanten Zahlen in einer tabellarischen Übersicht – ideal für leitende Angestellte und CEOs.

Wie wird lizenziert und was kostet Urchin 7?
Das Lizenzierungsmodell von Urchin 7 ist denkbar einfach – Sie erwerben eine Lizenz (Vollversion oder Update) zum Einmalpreis und können loslegen. Nachfolgend die Preise für die Lizenzen:
| Version | Zahlweise | Preis zzgl. MwSt. |
| Vollversion | einmalig | 7.995 EUR |
| Update (von Urchin 6, egal wann gekauft) | einmalig | 5.700 EUR |
| Standort-Lizenz (nur für Rechenzentren und Hoster) | monatlich | 5.000 USD |
Additional muss einer der nachstehenden Support-Contracts mit erworben werden. Dieser obligatorische Jahresvertrag umfasst folgende Leistungen und Preise:
| Kontingent p.a. | Abwicklung | Reaktionszeit¹ | gültig für | Preis² |
| 10 Tickets | Ticket-System | keine | 1 Jahr | 500 EUR |
| 10 Stunden | E-Mail-/Telefon-Support | nächster Arbeitstag | 1 Jahr | 2.000 EUR |
| 10 Stunden | E-Mail-/Telefon-Support | 8 Stunden | 1 Jahr | 2.500 EUR |
| 10 Stunden | E-Mail-/Telefon-Support | 4 Stunden | 1 Jahr | 3.000 EUR |
| 20 Stunden | E-Mail-/Telefon-Support | nächster Arbeitstag | 1 Jahr | 3.500 EUR |
| 20 Stunden | E-Mail-/Telefon-Support | 8 Stunden | 1 Jahr | 4.500 EUR |
| 20 Stunden | E-Mail-/Telefon-Support | 4 Stunden | 1 Jahr | 5.500 EUR |
Alle Verträgen enthalten zudem folgende Leistungen:
- Vertragsinhaber erhalten 10% Nachlass auf alle gebuchten Trainings und Workshops zu Urchin
- unbegrenzte Anzahl an Lizenz-Reaktivierungen im Fehler- oder Umzugsfall
- OptMeOut für Urchin Software
- trackEDM zum Tracken von externen Links, Downloads, Mail-To-Links und Domain-übergreifenden Kampagnen
¹ Die Reaktionszeit richtet sich ausschließlich nach unserer Kernarbeitszeit (Montags bis Donnerstags von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr und von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr, sowie Freitags von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr). Ausgenommen davon sind alle Feiertage sowie der 24.12. und 31.12. eines jeden Jahres. Des Weiteren sind alle Tage der eingeschränkten Erreichbarkeit oder kompletten Nichterreichbarkeit von der Reaktionszeitenregelung ausgeschlossen, sofern diese mindestens 10 Tage vorher schriftlich per E-Mail oder Fax angekündigt wurden.
² Alle genannten Preise verstehen sich zzgl. MwSt.
Urchin 6.6.03 veröffentlicht
Am 16.08.2010 wurde das wohl letzte Release der Version 6 mit dem Built 6.6.03 veröffentlicht. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Launchs von Urchin Version 7 hält sich folglich auch die Anzahl der Änderungen in Grenzen.
Nicht viel neues…
So wurde lediglich die Anzahl der maximalen Protokollquellen aufgehoben und im Rahmen der Google AdWords Integration die Umstellung auf die API v200909 vollzogen. Des Weiteren wurden Korrekturen (Bug Fixes) in Bezug auf CPC-Quellen durchgeführt.
CPC-Quelle für YSM entfällt
Ein wichtiger Punkt für alle Nutzer von Yahoo! Search Marketing (YSM): ab Urchin 6.6.03 entfällt die Protokollquelle für YSM ersatzlos. Somit ist es nicht mehr möglich, CPC-Daten von YSM mit Urchin auszuwerten. Sollten Sie YSM-basierte CPC-Quellen in Urchin eingerichtet haben, können Sie diese nach dem Upgrade von 6.6.xx auf 6.6.03 mit dem Dienstprogramms uconf-manager entfernen:
uconf-manager table=ucosts action=delete ucco_type=yahoo key1=ucco_type print=all
Versionshistorie & Changelog aktualisiert
Eine vollständige Liste der der Änderungen, Bugfixes und Verwendungshinweise finden Sie auf unserer Website unter Urchin Versionshistorie & Changelog. Auch haben wir die Timeline an das (vermutlich) letzte Release angepasst:
Download der aktuellen Version
Nutzer, die Urchin 6 bereits in einer Version 6.6.02 oder früher einsetzen, können einfach auf die Version 6.6.03 aktualisieren. Interessenten, die Urchin 6.6.03 einmal testen möchten, steht eine 30-Tage-Demo-Version zur Verfügung.
Urchin 6.6.03 kann hier heruntergeladen werden.
webalytics bietet ab sofort Urchin Training für Administratoren
Das eintägige Training für technisch versierte Mitarbeiter und Administratoren vermittelt die detaillierten Kenntnisse, welche für die Installation, die Einrichtung und den Betrieb von Urchin Software 6 nötig sind.
Hierbei wird die Installation des Datenbank-Servers ebenso erläutert wie auch die Lizenzierung und Aktivierung, Verzeichnisstruktur und Datensicherungsszenarien sowie Datei- und Datenoperationen. Zusätzlich werden Best Practices für den Umgang mit Protokollquellen, Suchtabellen und Master Tracking Codes eingehend beleuchtet. Co-Branding von Urchin sowie die Koexistenz mit Google Analytics runden das Inhaltsportfolio ab.
Details zum Training:
- Typ: Technisches Training
- Dauer: 1 Tag
- Maximale Teilnehmeranzahl: 6-8
- Sprache der Unterlagen: Deutsch
- Ausstellung eines Teilnahme-Zertifikats
Wirkt sich der Einsatz von Google Analytics & Co. negativ auf den PageRank meiner Seiten aus?
In unserem Blog-Artikel “Ladezeit einer Webseite ab sofort Kriterium für Google’s Search Rank” berichteten wir bereits darüber, dass langsame Webseiten unter Umständen einen schlechteren PageRank erhalten.
Dieser Umstand wirft natürlich die Frage auf, inwieweit sich der Einsatz von Tracking Tools (Google Analytics, Urchin Software, ClickTale, etc.) auf den PageRank auswirkt. Diese Frage wurde auch an Matt Cutts, den SEO-Spezialist der Google Search Quality Group, herangetragen. Er beantwortet die Frage in seinem Video-Blog:
Somit kann zusammenfassend festgehalten werden, dass der Einsatz von Google’s Asynchronous Tracking Code keine nennenswerten Auswirkungen auf die Ladezeiten einer Webseite hat deren PageRank nicht gefährdet.
Um diese Aussage zu verifizieren, haben wir die Ladezeiten der unterschiedlichen Tracking Codes in einer einfachen Seite gemessen. Nachfolgend finden Sie die Auswertung dazu:
| Tracking Code | Analyse Tool | Herkunft | Position | Ladezeit |
| urchin.js | Urchin | lokal | nach <body> | 663 ms |
| ga.js | Google Analytics | extern | nach <body> | 215 ms |
| asynchronous | Google Analytics | extern | vor </head> | 202 ms |
Was aber, wenn der Website-Betreiber derzeit ein anderes Analyse-Tool zur Auswertung des Besucherverhaltens einsetzt? Schließlich existieren gerade in Deutschland bzw. Europa mannigfaltige Gründe dafür: Datenschutz, Paranioa, Aversion gegen Google, etc. Was also, wenn die Analyse nicht mit Google Analytics erfolgt und es durch den Einsatz eines oder gar mehrerer anderer Tracking Codes zu Latenzen kommt?
Lösung: Content Distribution Network (CDN)
Ein sehr probater wenn auch teurer Lösungsansatz stellt der Einsatz eines Content Distribution Network, kurz CDN, dar. Damit sorgen Sie für die zuverlässige und schnelle Auslieferung von Inhalten – auch Tracking Codes. Mehr über die Funktionsweise von CDNs finden Sie im deutschen Wikipedia.
Lösung: Nutzen des Asynchronous Tracking Code für Urchin
Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch wenn Sie Urchin beispielsweise aufgrund Datenschutz einsetzen oder weil Sie die Daten inhouse halten möchten, ist der Einsatz des Google Analytics Asynchronous Tracking Code durchaus eine Überlegung wert. Dass der Tracking Code nur etwas ein Drittel der Ladezeit benötigt gegenüber der klassischen Urchin-eigenen JavaSkript-Datei benötigt, haben Sie aus der obigen Aufstellung erfahren.
Wie können Sie nun aber den Google Analytics Asynchronous Tracking Code einsetzen OHNE dabei gegen Datenschutzrichtlinien Ihrer Firma zu verstoßen? In der Tat ist das ganz einfach: Da der Tracking Code öffentlich abgerufen werden kann, benötiogen Sie nicht einmal ein Google-Konto, um diesen einzusetzen. Des Weiteren müssen Sie lediglich zwei kleine Änderungen im Quellcode durchführen.
Vorgehensweise, nachdem Sie sich den Code-Snippet des aktuellen Google Analytics Asynchronous Tracking Code besorgt haben:
1. Entfernen Sie daraus die Zeile mit der Konto-ID
_gaq.push(['_setAccount', 'UA-xxxxxx-xx']);
2. und fügen Sie stattdessen die folgende Zeile hinzu:
_gaq.push(['_setLocalServerMode']);
Der Code-Snippet sollte dann wie folgt aussehen:
<script type="text/javascript">
var _gaq = _gaq || [];
_gaq.push(['_setLocalRemoteServerMode']);
_gaq.push(['_trackPageview']);
(function() {
var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text/javascript';
ga.async = true;
ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 'https://ssl' : 'http://www') + '.google-analytics.com/ga.js';
var s = document.getElementsByTagName('script')[0];
s.parentNode.insertBefore(ga, s);
})();
</script>Mit dieser Modifikation stellen Sie sicher, dass Ihnen beim Abruf der JavaSkript-Datei definitiv keine Daten zugeordnet werden können und – viel wichtiger – keine Nutzungsdaten Ihrer Website an Google übermittelt werden. Stattdessen werden die Daten ausschließlich in das lokale Logfile Ihres Webservers geschrieben. Zudem der Tracking Code bei Google abgerufen, wodurch die Ladezeit Ihrer Seiten positiv beeinflusst werden. Also alles in allem eine sinnvolle Vorgehensweise…
Ihre Fragen zu Google Analytics, Urchin bzw. Website Optimizer
Mitte September 2010 findet erneut der Google Partner-Summit in Mountain View, Kalifornien statt, bei dem auch die Mitarbeiter von webalytics vertreten sein werden. Dort ist dann für gewöhnlich der direkte “Draht” zu den Entwicklern möglich und wir haben zu diesem Anlass eigens drei Formulare für Sie online gestellt, mit denen Sie Ihre Fragen und Wünsche in Bezug auf Google Analytics, Urchin oder Website Optimizer indirekt über uns an Google stellen können.
Das Formular “Fragen zu Urchin Software” wurde für Fragen und Feature Requests rund um Urchin Software Version 6 entwickelt; das Formular “Fragen zu Google Analytics” erfüllt den analog den gleichen Zweck für Google Analytics und zum Google Website Optimizer halten wir ebenfalls ein Formular für Ihre Fragen bereit.
Sobald wir eine Antwort von den Entwicklern bei Google bekommen haben, leiten wir diese selbstverständlich an Sie weiter (etwa Ende September).
Formulieren Sie hier Ihre Frage bzw. Ihr Feature Request zu
Kampagnen mit Prozentkodierung richtig kennzeichnen
Wer sich dazu entschließt, eine Kampagne über Google AdWords, Newsletter oder Banner zu schalten, will natürlich den Erfolg möglichst genau messen. Schließlich kostet die Werbung ja auch Geld! Doch jetzt stellt sich die Frage: Wie werden die URLs korrekt erstellt und wie kann ich die Werbemaßnahmen mit meinen mir zur Verfügung stehenden Tools messen und auswerten? Der Beantwortung dieser Frage widmet sich dieser Artikel.
Kampagnenstrukturierung ist die halbe Miete
Am besten beginnen Sie Ihre Kampagnen mit einer möglichst genauen Planung. Fragen wie z. B. “Was will ich bewerben?”, “Wo will ich es bewerben?”, “Womit will ich es bewerben?” oder “Mit welchem Slogan?” sollten Sie jederzeit beantworten können.
Um später dann in Ihren Analyse-Tools (z. B. Google Analytics oder ClickTale) den durch die Kampagnen verursachten Besucher- und Conversion-Traffic auch wiederfinden zu können, ist es wichtig, die Kampagnen entsprechend zu kennzeichnen.
Nehmen wir also einmal an, Sie wären in der Automobil-Branche tätig und würden nun gerne Ihr neustes Modell verstärkt absetzen.
- Slogan: Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken!
- Kampagne: Der neue PAX-2010
- Medien: E-Mail, Google AdWords, Banner (Wallpaper, Skyscraper)
- Werbeplätze: Google Suchnetzwerk, AutoScout24, Focus-Online, Newsletter
Ihre Landeseite für die genannten werblichen Maßnahmen könnte wie folgt aussehen:
Zur Messung des Erfolgs Ihrer Aktivitäten haben Google Analytics bzw. Urchin Software fünf Kampagnenvariablen in petto und ClickTale bietet hierfür die sogenannte Ereignis-Kennzeichnung an.
Kampagnenvariablen in Google Analytics und Urchin Software
Google Analytics sowie Urchin Software messen den Erfolg einer Kampagne anhand der folgenden fünf Variablen:
| Variable | URL | Beschreibung |
| Quelle | utm_source | Identifiziert, woher der Besucher kommt (google, Stadtsuche, newsletter4) |
| Kampagne | utm_campaign | Name der Kampagne (z. B. Schlussverkauf, Frühbucher oder aber auch Produkt, Promo-Code, Slogan) |
| Medium | utm_medium | Werbe- bzw. Marketingmedium (z. B. CPC, Banner, E-Mail) |
| Keyword (Optional) | utm_term | Keyword, nach dem gesucht wurde (z. B. Hemd, Wasserflasche) |
| Content (Optional) | utm_content | Aussagekräftige Beschreibung, mit denen verschiedene Anzeigeversionen zum Vergleich (A/B-Test) identifiziert werden können (z. B. Text_rot, Text_blau) |
Für unser Beispiel wären demnach die Kampagnenvariablen Quelle, Kampagne, Medium und Content zu nutzen.
Ereignis-Kennzeichnung in ClickTale
Einen etwas anderen Ansatz der Kampagnenauswertung verfolgt ClickTale hingegen mit der Ereignis-Kennzeichnung. Hierbei werden die Besuchersitzungen anhand einer eindeutigen Kennzeichnung segmentiert und gefiltert. Somit ist es Ihnen möglich, mehrere Ein- und auch Ausschlusskriterien festzulegen, um dadurch genau die Besuchersitzungen zu finden, die durch Ihre Kampagne verursacht wurden.
Die hierfür notwendige Variable lautet ct=t(WERT), wobei WERT für eine beliebige Zeichenfolge steht und die Übergabe von t(WERT) mittels Komma verkettet auch mehrfach erfolgen kann.
Kampagnen-URLs generieren
Erstellen wir aus den genannten Vorgaben die entsprechenden Kombinationen, erhalten wir folgende Maßnahmen-Matrix, wobei alle davon bei Klick auf die oben genannte Landeseite verweisen sollen:
| Nr. | Kampage | Quelle | Medium | Content |
| 1 | Der neue PAX-2010 | cpc | Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken! | |
| 2 | Der neue PAX-2010 | Newsletter | Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken! | |
| 3 | Der neue PAX-2010 | AutoScout24 | Banner | Wallpaper |
| 4 | Der neue PAX-2010 | Focus-Online | Banner | Wallpaper |
| 5 | Der neue PAX-2010 | AutoScout24 | Banner | Skyscraper (160×600 Pixel) |
| 6 | Der neue PAX-2010 | Focus-Online | Banner | Skyscraper (160×600 Pixel) |
Kampagnen-URL – der erste Versuch
Um nun jede der sechs Werbemaßnahmen auswerten zu können, kombinieren wir nun die Kampagnenvariablen und den URL der Landeseite miteinander und erhalten folgende Ziel-URLs:
Kampagnen-URL für Google Analytics / Urchin (die URLs wurden der Lesbarkeit wegen umgebrochen)
| Nr. | Google Analytics / Urchin |
| 1 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=google &utm_medium=cpc &utm_content=Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken! |
| 2 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Newsletter &utm_medium=E-Mail &utm_content=Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken! |
| 3 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper |
| 4 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper |
| 5 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper (160×600 Pixel) |
| 6 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper (160×600 Pixel) |
Kampagnen-URL für ClickTale (die URLs wurden der Lesbarkeit wegen umgebrochen)
| Nr. | ClickTale |
| 1 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(google), t(cpc), t(Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken!) |
| 2 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(Newsletter), t(E-Mail), t(Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken!) |
| 3 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 4 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 5 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Skyscraper (160×600 Pixel)) |
| 6 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Skyscraper (160×600 Pixel)) |
Kampagnen-URL für Google Analytics / Urchin & ClickTale (die URLs wurden der Lesbarkeit wegen umgebrochen)
| Nr. | Google Analytics / Urchin & ClickTale |
| 1 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=google &utm_medium=cpc &utm_content=Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken! &ct=t(Der neue PX2010), t(google), t(cpc), t(Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken!) |
| 2 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Newsletter &utm_medium=E-Mail &utm_content=Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken! &ct=t(Der neue PX2010), t(Newsletter), t(E-Mail), t(Das Auto mit Freude am Vorsprung durch frisches Denken!) |
| 3 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper &ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 4 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper &ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 5 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper (160×600 Pixel) &ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Skyscraper (160×600 Pixel)) |
| 6 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper (160×600 Pixel) &ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Skyscraper (160×600 Pixel)) |
Das Kreuz mit der Prozentkodierung…
Unglücklicherweise sehen wir uns nun mit einem sehr unschönen Problem konfrontiert: Der URL wird von den Paid-Placement-Providern nicht akzeptiert, da er nicht prozentkodiert ist.
Prozentkodierung (URL-Kodierung, auch URL-Encoding genannt) dient dem Zweck, bestimmte Zeichen und Informationen in einem URL kodieren. Nachfolgend eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Zeichen und deren Entsprechung bei der Prozentkodierung:
! | * | ' | ( | ) | ; | : | @ | & | = | + | $ | , | / | ? | # | [ | ] | SPACE |
%21 | %2A | %27 | %28 | %29 | %3B | %3A | %40 | %26 | %3D | %2B | %24 | %2C | %2F | %3F | %23 | %5B | %5D | %20 |
Im Klartext bedeutet das, dass alle oben genannten Zeichen mit dem entsprechenden Prozentwert ersetzt werden müssen, sofern sie in einem URL Verwendung finden. Und natürlich ist genau das bei unserer fiktiven Kampagne der Fall…
Kampagnen-URL – jetzt aber richtig!
Um nun jede der sechs Werbemaßnahmen auswerten zu können, kombinieren wir nun die Kampagnenvariablen und den URL der Landeseite miteinander und erhalten folgende Ziel-URLs:
Prozentkodierte Kampagnen-URL für Google Analytics / Urchin (die URLs wurden der Lesbarkeit wegen umgebrochen)
| Nr. | Google Analytics / Urchin |
| 1 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=google &utm_medium=cpc &utm_content=Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21 |
| 2 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Newsletter &utm_medium=E-Mail &utm_content=Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21 |
| 3 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper |
| 4 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper |
| 5 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29 |
| 6 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29 |
Prozentkodierte Kampagnen-URL für ClickTale (die URLs wurden der Lesbarkeit wegen umgebrochen)
| Nr. | ClickTale |
| 1 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(google), t(cpc), t(Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21) |
| 2 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(Newsletter), t(E-Mail), t(Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21) |
| 3 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 4 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 5 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29) |
| 6 | http://pax.webalytics.de/ ?ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29) |
Prozentkodierte Kampagnen-URL für Google Analytics / Urchin & ClickTale (die URLs wurden der Lesbarkeit wegen umgebrochen)
| Nr. | Google Analytics / Urchin & ClickTale |
| 1 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=google &utm_medium=cpc &utm_content=Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21 &ct=t(Der neue PX2010), t(google), t(cpc), t(Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21) |
| 2 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Newsletter &utm_medium=E-Mail &utm_content=Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21 &ct=t(Der neue PX2010), t(Newsletter), t(E-Mail), t(Das%20Auto%20mit%20Freude%20am%20Vorsprung%20durch%20frisches%20Denken%21) |
| 3 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper &ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 4 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Wallpaper &ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Wallpaper) |
| 5 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=AutoScout24 &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29 &ct=t(Der neue PX2010), t(AutoScout24), t(Banner), t(Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29) |
| 6 | http://pax.webalytics.de/ ?utm_campaign=Der neue PX2010 &utm_source=Focus-Online &utm_medium=Banner &utm_content=Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29 &ct=t(Der neue PX2010), t(Focus-Online), t(Banner), t(Skyscraper%20%28160×600%20Pixel%29) |
Die Auswertung im Analyse Tool
Nachdem nun Ihre Werbemaßnahmen mittels Prozentkodierung korrekt gekennzeichnet sind, lassen sich diese im jeweiligen Analyse Tool entsprechend auswerten. So stehen Ihnen in Google Analytics, Urchin Software und auch ClickTale die entsprechenden Berichte zur Verfügung, mit denen Sie dann den Erfolg Ihrer Kampagne messen können.
Bericht in Google Analytics
Bericht in Urchin Software
Bericht in ClickTale
Einspielen und Aktivieren einer Lizenz in Urchin Software Version 6.6.02
Verschiedene Lizenzierungsszenarien sind bei der Installation von Urchin Software Version 6 denkbar. Dabei spielt es zunächst einmal keine Rolle, ob Sie eine Demo-Lizenz aktivieren, eine erworbene Lizenz einspielen oder eine bestehende Lizenz reaktivieren wollen. Betrachten wir uns einmal gemeinsam die Situationen, die beim Betrieb von Urchin vorkommen können. So könnte sich der Verlauf wie folgt darstellen:
- Sie laden sich die Urchin Software von unserer Website herunter und installieren eine Demo-Lizenz.
- Nach 30 Tagen ist die Demo-Lizenz abgelaufen und Sie erwerben die Voll-Lizenz und müssen diese über die vorhandene Demo-Lizenz einspielen.
- Weitere 60 Tage später stellen Sie fest, dass die Urchin-Installation samt Datenbestand auf einen anderen Server migriert und die bestehende Lizenz reaktiviert werden muss.
In den nachfolgenden Abschnitten widme ich mich den beschriebenen Situationen und stelle Ihnen die entsprechende Lösung vor. Sie können die Vorgehensweisen somit Schritt für Schritt nachvollziehen.
Installieren der Demo-Lizenz
Im ersten Abschnitt zeige ich Ihnen, wie Sie für Ihre frisch installierte Urchin Software eine Demo-Lizenz einspielen. Melden Sie sich zunächst an Ihrer Urchin-Installation an. Sie werden danach gleich aufgefordert, Urchin zu lizenzieren. Wählen Sie hier den Link “Obtain a Demo License” aus.
Klicken Sie im zweiten Fenster auf die Schaltfläche “Accept and Install”, um die Demo-Lizenz einzuspielen.
Um die Lizenz nun final zu aktivieren, klicken Sie im letzten Fenster auf die Schaltfläche “Install license”. Beachten Sie auch die Limitierungen der Demo-Lizenz. Eine vollständige Aufstellung der Features finden Sie auf unserer Webseite “Urchin Features“.
Nachdem die Lizenz eingespielt ist, können Sie Ihre Urchin-Installation nach Ihren Vorstellungen/Anforderungen konfigurieren.
Installieren der Voll-Lizenz (Regular License)
Früher oder später stellt sich Ihnen die Aufgabe, in Ihre Urchin-Installation mit einer Voll-Lizenz (auch Regular License genannt) auszustatten. Das kann entweder direkt nach der Installation oder aber auch nach Ablauf des Testzeitraums von 30 Tagen geschehen. In diesem Abschnitt schildere ich Ihnen, wie Sie in Urchin Software eine Voll-Lizenz einspielen. Melden Sie sich zunächst an Ihrer Urchin-Installation an.
Sie werden gleich danach aufgefordert, Urchin zu lizenzieren; entweder, weil Sie Urchin gerade eben installiert haben, oder der Testzeitraum abgelaufen ist. Ebenfalls denkbar wäre die Aktualisierung einer Demo-Lizenz auf die Vollversion während des Testzeitraums (zu erreichen über Konfiguration –> Einstellungen –> Lizenz). Wählen Sie in jedem Fall den Link “Activate License”.
Geben Sie im zweiten Fenster Ihren bei uns erworbenen Serial Code (Lizenzcode für Urchin) in das entsprechende Feld ein und klicken Sie auf die Schaltfläche “Accept and Install”, um die Voll-Lizenz einzuspielen.
Achten Sie bitte darauf, dass der Lizenzumfang der nachfolgenden Abbildung entspricht. Um die Lizenz nun final zu aktivieren, klicken Sie im letzten Fenster auf die Schaltfläche “Install license”. Achtung: Dieser Schritt kann nicht mehr rückgängig gemacht werden! Ist Die Lizenz dem System einmal zugewiesen bedarf es einer Reaktivierung des Serial Code, um Urchin beispielsweise auf ein anderes System “umzuziehen”.
Nachdem die Lizenz eingespielt ist, können Sie entweder Ihre Urchin-Installation nach Ihren Vorstellungen/Anforderungen konfigurieren oder aber mit der zeitlich unlimitierten Nutzung in vollem Umfang fortfahren.
Reaktivieren einer bestehenden Lizenz
Oftmals liegt bei diesem Szenario die Tatsache zugrunde, dass Sie vorhandene Hardware austauschen oder von einem Betriebssystem auf ein anderes wechseln wollen, bzw. müssen. Da sich der Lizenzschlüssel (License Key, nicht zu verwechseln mit dem Serial Code!) von Urchin anhand verschiedener Faktoren zur Laufzeit errechnet, führt das Austauschen von Hardware bzw. das Kopieren von Dateien auf ein anderes System zur Deaktivierung von Urchin. Daraus folgt, dass Ihre Lizenz im Anschluss erneut aktiviert werden muss. In diesem Fall gehen Sie wie folgt vor:
- Besuchen Sie auf unserer Website den Bereich zur Reaktivierung der Urchin Lizenz.
- Wählen Sie eine passende Priorisierung aus (Hinweis: es können Kosten entstehen!)
- Durchlaufen Sie die Schritte in unserem Shop-System zum Absenden Ihrer Anfrage
- Nachdem Sie von unserem Support-Team die Meldung über die Reaktivierung Ihres Serial Codes erhalten haben, verfahren Sie zum Einspielen der Lizenz wie oben beschrieben.
Danach ist Ihre Urchin-Installation wieder in vollem Umfang nutzbar.
Einstieg, Ausstieg und Absprung in Google Analytics und Urchin Software
Im Kontext zu Google Analytics und Urchin Software werden wir immer wieder gefragt, was der Unterscheid zwischen Einstiegen, Ausstiegen und Absprüngen sei. Auf den ersten Blick scheint es hierzu keine vernünftige Erklärung zu geben. Betrachten wir uns das Geschehen auf einer Website aber einmal genauer, wird deutlich, wie Google Analytics und Urchin Software hier unterscheiden.
Einstiege
Der Begriff “Einstieg” (englisch: “Entrance”) ist wohl am schnellsten erläutert: Es handelt sich hierbei um die Seite einer Internetpräsenz, die der Besucher direkt aufgerufen hat (z. B. www.webalytics.de/urchin-software/) oder auf der er durch eine Kampagne (z. B. Google AdWords, Bannerwerbung, etc.) gelandet ist. Dieser initiale Einstieg wird somit zurecht als “Einstieg“ bezeichnet.
In der nachfolgenden Grafik wird ein Standard-Clickstream dargestellt, bei dem der Besucher die Website auf Seite 1 betritt und sich dann weiter auf Seite 2 und Seite 3 bewegt:
Ausstiege
Unter “Ausstieg” (englisch: “Exit”) wird das Verlassen der Website verstanden. Dies kann durch das Schließen des Browsers geschehen, das Ansurfen einer anderen Website oder aber auch durch das Ablaufen der Sitzung geschehen. In jedem Fall aber setzt der “Ausstieg” das VORHERIGE Besuchen von anderen Seiten innerhalb der Internetpräsenz voraus.
Aus der nachfolgenden Grafik geht hervor, wie der Besucher die Website auf Seite 1 betritt, sich dann weiter auf Seite 2 und Seite 3 bewegt. Auf Seite 3 schließt der Besucher dann den Browser und verursacht damit einen “Ausstieg”:
Absprung
Zuletzt betrachten wir uns noch den “Absprung” (englisch: “Bounce”). Hierbei wird ebenso wie bein Ausstieg der Fokus von der Seite wegbewegt. Allerdings geschieht das bereits auf der Einstiegsseite, ohne dass weitere Seiten zuvor besucht wurden.
In der nachfolgenden Grafik wird deutlich, wie ein Besucher auf die Seite 1 gelangt und durch das Schließen des Browsers einen Abspruch verursacht:
Eine Kombination aus allen dreien
Kann nun ein einzelner Besucher während seines Besuchs auf der Website alle drei Status verursachen? Ja, kann er! Wie Ihnen sicherlich schon bekannt ist, hat eine Besuchersitzung bei Inaktivität (also, wenn der Besucher keine weitere Seite abruft oder sonst mit der Seite interagiert) eine maximale Gültigkeitsdauer von 30 Minuten. Nach ablauf dieser Zeit gilt der Besuch als beendet.
Was wäre denn nun aber ein Grund dafür, dass der Besucher auf einer Seite keine Aktionen mehr ausführt? Nun, derlei gibt es viele, hier einmal die wichtigsten:
- der Besucher liest gespannt einen Artikel (Zeitung, Blog, etc.), der über mehrere Seiten reicht
- der Freund / die Freundin des Besuchers ruft an und verwickelt diesen in eine endlos lange Diskussion bezüglich des nächsten Kinobesuchs
- Mittagspause, Kundenbesuch, Dienstreise, oder sonstige Ablenkung…
- der Besucher ist vor Erschöpfung / Langeweilse am PC eingeschlafen
Nein, ernsthaft, in der Tat gibt es viele Möglichkeiten, warum ein Besucher eine Website für mehr als 30 Minuten “links liegen lässt”. Viel interessanter ist aber die Frage danach, was in diesem Zusammenhang passiert.
Die obenstehende Grafik zeigt auf, dass der Besucher den “Einstieg” auf Seite 1 durchführt. Durch seine Inaktivität über 30 Minuten auf Seite 2 verursacht er dann einen “Ausstieg”, da die Sitzung abgelaufen ist. Da sich der Besucher aber dazu entschließt von Seite 2 die Seite 3 aufzurufen, wird durch diese Aktion ein weiterer “Einstieg” vermerkt. Schließt der Besucher dann seinen Browser auf Seite 3 wird zudem noch ein “Absprung” gezählt, da Einstieg und Absprung auf der selben Seite stattfinden.
Stellenwert der Absprungrate (Bounce Rate)
Nachdem wir nun die Terminologie behandelt haben und Sie genau wissen, was der Unterschied zwischen Einstieg, Ausstieg und Absprung ist, müssen wir uns nun einmal näher mit der Absprungrate beschäftigen. Die Absprungrate bezeichnet völlig wertschöpfungsfrei das nüchterne Verhältnis zwischen Einstiegen und Absprüngen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Nuancen und somit das Un- bzw. Missverständnis entsteht dann bei der Interpretation der Absprungrate, wenn diese total oder auf einzelne Seiten bezogen betrachtet wird.
Eine Absprungrate von 99,9% ist schlecht, richtig?
Nun ja, das lässt sich zwar vermuten, muss aber im Kontext der jeweiligen Seite genauer analysiert werden. Nehmen wir zum Beispiel eine Aktions-Seite aus dem myspace-Kontext (hier aktuell http://www.myspace.com/coca-cola, ohne dafür Werbung machen zu wollen). Das Prinzip von myspace gestaltet sich derart, dass eine einzige Seite zum Spielplatz der Besucher wird und somit alle Aktionen (Einstieg, Kommentare, Absprung, etc.) auf eben dieser Seite stattfinden. Alleine dadurch kann der Besucher gar keine Unterseiten aufrufen – er ist auf der einen Seite “gefangen”. Lediglich der Absprung auf eine andere Website, das Schließen des Browsers oder das einfache Auslaufen der Sitzungsdauer (30 Minuten) sind innerhalb dieses Kontext möglich. Ergo kann die Absprungrate hier nur gegen 100% laufen.
5% Absprungrate ist genial, oder?
Wie Sie sich anhand der vorigen Schilderung denken können, ist auch die einleitende Aussage so pauschal nicht ganz richtig. Betreiben Sie beispielsweise eine Landeseite, auf der die Besucher nichts weiter tun müssen, als eine Abstimmung für etwas durchzuführen, dann sollte Ihr Ziel natürlich sein, eine möglichst hohe Absprungrate zu erzielen, denn die Besucher sollen Option A oder Option B wählen und dann die Seite wieder verlassen. Kommt es nun dazu, dass die Besucher durch zusätzliche Elemente “abgelenkt” werden (z. B. aufmerksamkeitserregende Buttons), wird das eigentliche Ziel verfehlt und der Besucher verliert sich ggf. in Unterseiten. Haben Sie hierbei evtl. noch AdWords zur Attrahierung von Besuchern eingesetzt, ist das aufgrund entstehender Kosten natürlich umso schlimmer.
Fazit:
Getreu dem Motto “Es ist nicht alles Gold, was glänzt” sollte gerade in Bezug auf die Absprungrate das richtige Augemaß angewendet werden. Nicht jede hohe Absprungrate ist somit zwangsläufig schlecht und nicht jede niedrige ein Grund zum Jubeln. Vielmehr sollte hier der Kontext und das Geschäftsziel der jeweiligen Seite genau untersucht werden.
Ihr
Holger Tempel
__utm.gif oder Wie werden Daten für Urchin in das Logfile geschrieben?
Vielleicht fragen auch Sie sich, wie letztendlich die Daten über das Logfile Ihres Webservers in Urchin gelangen? Nun, relativ einfach. Ist der Tracking Code und die Java-Script-Datei urchin.js erst einmal in jeder Webseite integriert, sendet dieser einen sogenannten HTTP-GET Befehl an Ihren Webserver und ruft damit eine transparente, 1×1 Pixel große, GIF-Datei ab.
Das alleine würde aber nicht ausreichen, da der bloße Abruf einer Datei zwar im Logfile vermerkt wird, aber daraus noch keine Erkenntnisse über den Besucher gewonnen werden könnten. Daher hängt das Script an diesen Aufruf verschiedene Abfrage-Parameter an. Ähnlich wie in einem Shop-System werden die Parameter mit einem Fragezeichen (?) eingeleitet und mit dem Ampersand (&) verkettet (z. B. …/index.html?artikel=schuhe&groesse=43&farbe=braun).
Zunächst einmal klingt das aber recht abstrus: Zum Übertragen von Nutzerdaten werden Abfrage-Parameter angehängt? “Ich will doch gar nichts von dem Server”, werden Sie sagen. Stimmt! Aber das ist der Weg, wie die Informationen ungekürzt in das Logfile gelangen können.
Was steht in einem Logfile?
Der Abruf eines jeden Elements, aus dem Ihre Webseite besteht, wird als separate Datenzeile im Logfile eingetragen. Dazu gehören CSS-Dateien genau so wie Java-Script-Dateien und auch Grafiken. Somit wird auch der Abruf des __utm.gif erfasst und erscheint im Logfile etwa so:
82.100.192.197 blog.webalytics.de - [21/Dec/2009:09:44:12 +0100] "GET /__utm.gif?utmwv=1&utmn=434929548&utmcs=UTF-8&utmsr=1280x1024&utmsc=32-bit&utmul=en-us&utmje=1&utmfl=10.0%20r32&utmcn=1&utmdt=webalytics%20blog&utmhn=blog.webalytics.de
&utmr=http://www.webalytics.de/&utmp=/"
Obwohl der URL in erster Linie hochgradig komplex erscheint, kann er dennoch einfach in seine Einzelteile zerlegt werden. Zunächst einmal ist da der Aufruf für __utm.gif, was sozusagen die Grundlage für alle Berichte in Urchin darstellt. Danach folgt ein sehr langer String mit Abfrageparametern. Jeder der Parameter enthält eine bestimmte Information, die dann zur Auswertung in den Berichten genutzt wird. Manche davon werden nur in bestimmten Fällen benutzt, andere kommen wiederum immer zum Einsatz.
Welche Informationen werden in Urchin gespeichert?
Schauen wir uns in den folgenden beiden Abschnitten (Parameter für Seitenzugriffe & E-Commerce) einmal an, welche Variablen zum Einsatz kommen und welche Bedeutung sie letztendlich haben.
Parameter für Seitenzugriffe
Die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Parameter werden für jeden Seitenzugriff erfassten, sobald das __utm.gif abgerufen wird.
| Variable | kurz für | Beschreibung | Beispiel |
| utmcn | campaign new | Startet eine neue Kampagnensitzung. Verändert Kampagnen-Erhebungsdaten; initiiert aber keine neue Sitzung. Entweder utmcn oder utmcr ist bei einem beliebigen Abruf vorhanden. | utmcn=1 |
| utmcr | campaign repeat | Weist einen wiederholten Kampagnenbesuch aus. Dieser Wert wird gesetzt, sobald ein wiederholter Klick auf den gleichen Link erfolgt. Entweder utmcn oder utmcr ist bei einem beliebigen Abruf vorhanden. | utmcr=1 |
| utmcs | character set | Zeigt verwendeten Zeichensatz der Seite an. Manchmal gibt die Webseite keine Auskunft dazu, worauf der Wert dann auf “-” gesetzt wird. | utmcs=UTF-8 |
| utmdt | document title | Seitentitel in URL-codiertem Format. | utmdt=webalytics%20blog |
| utmfl | flash | Gibt Auskunft über die auf dem Rechner eingesetzte Flash Version. | utmfl=10.0%20r32 |
| utmhn | host name | Hostname in URL-codiertem Format | utmhn=blog.webalytics.de |
| utmje | java enabled | Zeigt an, ob der Browser für Java aktiviert ist. “1″ bedeutet “ja”. | utmje=1 |
| utmn | Eindeutige ID, die für jeden GIF-Abruf generiert wird. Dient dazu, das Caching der GIF-Datei zu verhindern. | utmn=434929548 | |
| utmp | page | Seitenabruf der aktuellen Seite (“/” steht für die Startseite) | utmp=/ |
| utmr | referral | Verweisseite als kompletter URL. | utmr=http://www.webalytics.de/ |
| utmsc | screen color | Bildschirmfarbtiefe | utmsc=32-bit |
| utmsr | screen resolution | Bildschirmauflösung | utmsr=1280×1024 |
| utmul | user language | Browser-Sprache | utmul=en-us |
| utmwv | which version | Version des Tracking Codes | utmwv=1 |
Parameter für E-commerce
Handelt es sich bei der Website um einen Online-Shop oder ein sonstiges E-Commerce-System, werden zu jeder Transaktion mindestens zwei weitere Zeilen in das Logfile geschrieben: Eine Zeile für die Transaktion (oder den Vorgang) selbst und jeweils eine separate Zeile für jede verkaufte Position (Artikelzeile). Diese Parameter sind nur dann im __utm.gif enthalten, wenn eine Transaktion erfasst wird; für jede Position Ihrer Transaktion wird __utm.gif erneut abgerufen.
Eine Transaktionszeile könnte wie folgt aussehen:
82.100.192.197 shop.webalytics.de - [21/Dec/2009:09:45:12 +0100] "GET /__utm.gif?utmwv=1&utmt=tran&utmn=1831392004&utmtid=091222-081230&utmtst=Onlineshop
&utmtto=2295.00&utmtsp=0.00&utmttx=436.05&utmtci=Lampertheim&utmtrg=Hessen
&utmtco=Germany
Die Erläuterung zu den einzelnen Parametern finden Sie in der nachstehenden Tabelle:
| Variable | kurz für | Beschreibung | Beispiel |
| utmt | temporary | Spezielle Variable, der verschiedene Werte zugewiesen werden können (z. B. Ereignisse, Transaktionen, Elemente und benutzerdefinierte Variablen) | utmt=tran |
| utmtci | transaction city | Stadt des Rechnungsempfängers | utmtci=Lampertheim |
| utmtco | transaction country | Land des Rechnungsempfängers | utmtco=Germany |
| utmtid | transaction ID | Transaktion- oder Vorgangsnummer | utmtid=091222-081230 |
| utmtrg | transaction region | Bundesland oder Region des Rechnungsempfängers | utmtrg=Hessen |
| utmtsp | transaction shipping | Versandkosten | utmtsp=0.00 |
| utmtst | transaction store | Herkunft der Transaktion . Dient der Unterscheidung zwischen verschiedenen Affiliations. | utmtst=Onlineshop |
| utmtto | transaction total | Gesamtsumme (netto) | utmtto=2295.00 |
| utmttx | transaction tax | Umsatzsteuer (Gesamtwert) | utmttx=436.05 |
Eine Positionszeile könnte wie folgt aussehen:
82.100.192.197 shop.webalytics.de - [21/Dec/2009:09:45:12 +0100]"GET /__utm.gif?utmwv=1&utmt=item&utmn=575987983&utmtid=091222-081230&utmipc=URCHIN6SL&utmipn=Urchin
%20v6&utmiva=Software&utmipr=2295.00&utmiqt=1
Die Erläuterung zu den einzelnen Parametern finden Sie in der nachstehenden Tabelle:
| Variable | kurz für | Beschreibung | Beispiel |
| utmt | temporary | Spezielle Variable, der verschiedene Werte zugewiesen werden können (z. B. Ereignisse, Transaktionen, Elemente und benutzerdefinierte Variablen) | utmt=item |
| utmipc | item product code | Artikel- oder Herstellernummer (auch SKU genannt) | utmipc=URCHIN6SL |
| utmipn | item product name | Artikelbezeichnung | utmipn=Urchin%20v6 |
| utmipr | item price | Einzelpreis des Artikels | utmipr=2295.00 |
| utmiqt | item quantity | Artikelmenge | utmiqt=1 |
| utmiva | item variation | Artikelvariationen oder Kategorien (z. B. groß, mittel, klein, rot, grün, blau, etc.) | utmiva=Software |
Kann ich das auch ohne Logfile sehen?
Sofern Sie den Mozilla Firefox einsetzen und dazu das Add-On “Live HTTP headers” installieren, können Sie sich die einzelnen Zeilen auch im Live-Betrieb anschauen. Öffnen Sie dazu den Browser Firefox, klicken Sie dann auf das Menü “Extras” (Tools), und danach auf den Menüpunkt “Live HTTP headers”. Ein weiteres Fenster öffnen sich und Sie wechseln dann auf die Registerkarte “Generator”. Stellen Sie sicher, dass die Checkbox “request” markiert ist und rufen Sie dann die gewünschte Webseite im Firefox auf.
Sobald die Seite anfängt zu laden, werden im Fenster “Live HTTP headers”Einträge ersichtlich. Ist der Ladevorgang abgeschlossen, suchen Sie einfach nach Einträgen, die mit “#request# GET http://…/__utm.gif?…” beginnen. Diese können Sie dann einfach markieren, kopieren und in einem beliebigen Editor (z. B. Notepad) betrachten.
Was nützt mir das Wissen?
Durch die vorgenannten Erläuterungen haben Sie nun die Möglichkeit, und herauszufinden, warum in Urchin beispielsweise keine Daten angezeigt werden. Mit diesen Kenntnissen können Sie leicht ermitteln, wo in Ihrem System oder E-Commerce die Ursache für fehlende Transaktionsauswertungen liegt und können diese Probleme einfacher beseitigen.
Ich wünsche viel Spaß bei dieser Art von Forensik
– Diskussionen und Kommentare jederzeit willkommen.
Ihr Holger Tempel
Hexenjagd 2010 oder “Wir machen Stimmung gegen Google…!”
Wir hatten unlängst schon in unserem Blog-Post “Deutsche Krankenkassen sollen auf Google Analytics verzichten” berichtet, wie plötzlich Google Analytics ins Kreuzfeuer der Kritik bei Krankenkassen-Websites geraten ist.
Unlängst wurde ein Artikel auf http://www.ibusiness.de/members/aktuell/db/238225fb.html veröffentlicht, in dem einmal mehr “jeder” etwas zu sagen hat – vor allen Dingen, wie “schlimm” doch Google und seine Datensammlerei sei… Die Einleitung:
Die Ankündigung deutscher Datenschützer, gegen die Anwendung von Google Analytics
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vorgehen zu wollen, hat Aufregung in der Branche verursacht. Die Datenschützer von Bund und Ländern verkündeten jüngst ihre Ansicht, dass die Benutzung des Tools gegen deutsches Recht verstoße. Nach dem Telemediengesetz könnten demnach Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen.
Die moderne Inquisition
Diese Schilderung kommt im Großen und Ganzen einer modernen Inquisition auf zivilisierterem Niveau gleich: Der Datenschützer (Geistliche) versteht etwas (Tracking, Marketing, Conversion-Optimierung, etc.) nicht wirklich und tut das Ganze als schwarze Magie bzw. Blasphemie (“…wer weiß, was die mit den Daten anstellen…!”) ab.
Glashaus? Steine? Was?
Bereits vor langer Zeit wurde ein Sachverhalt deutlich (und schon in vielen Hollywood-Produktionen bewiesen): Je mehr ein einzelner mit dem Finger auf andere zeigt und je lauter er einen angeblichen Missstand anprangert, desto mehr will er von seiner eigenen Unzulänglichkeit ablenken resp. desto mehr hat er selbst “Dreck am Stecken”.
Nun, ich habe definitv gar nichts dagegen, dass Daten über mich und meine Nutzungsgewohnheiten im Internet erhoben und analysiert werden: Ich habe nichts zu verbergen! Die Vehemenz, mit der allerdings “Datenschützer” diese Datenerhebungsmaßnahmen verdammen, ließe doch tatsächlich anmuten, dass hier eine Angst vor “Entdeckung” (Besuch von subversiven, inkriminierenden Webinhalten, Schmuddelseiten, etc.) durchklingt…
Geschürt durch die Zwangsparanoia der Datenschutz-Fanatiker wird nun eine wahre Hexenjagd gegen die nach Erfolg strebenden Website-Betreiber angestachelt, und damit jedwede Anstrengung, der Krise zu trotzen, sofort im Keim erstickt.
So wurde auch folgender Inhalt im vorgenannten Artikel veröffentlicht:
Christian Bennefeld
, Geschäftsführer bei Etracker GmbH
, teilt die Kritik am Suchmaschinen-Giganten ebenso entschieden wie grundsätzlich: “Google ist dabei, jeden einzelnen Internetnutzer genauestens zu profilieren. Jeder wird durchleuchtet: Woher er kommt, was er sucht, welche Interessen er hat, wie sein Einkaufsverhalten ist, welche religiöse und politische Einstellung er mitbringt, mit wem und über was er korrespondiert, welche Bilder er im Urlaub gemacht hat und und und. Sicherlich will Google uns mit diesem Wissen nur Gutes tun und seine Werbung gezielter ausliefern. Toll, dass ich dann keine Werbung für Damenmode mehr bekomme. Nur: um welchen Preis?”
Ja, Herr Bennefeld, könnten Sie Ihre rethorische Frage “Nur: um welchen Preis?” einmal ernsthaft selbst beantworten? Vielleicht komplett ohne Polemik? Und vielleicht auch ohne Ihre hauseigene Lösung in den Vordergrund zu stellen?
IP-Adresse ist anscheinend “sensibler” als die Bankverbindung
Komischerweise prangert derzeit keiner die real existierenden Gefahren an: Bonus-Systeme wie z. B. payback oder die Datenerhebungen der Mobilfunkbetreiber, etc. Bitte nicht falsch versethen: Ich habe grundsätzlich auch nichts gegen diese Art der Datenerhebung. Nur werden hierbei doch noch viel sensiblere Daten als meine (oftmals dynamische) IP-Adresse oder ein Cookie auf meinem Rechner gespeichert: hier erlangt der Anbieter definitv Kenntnis über meine Adresse, meine Bankverbindung, mein Geburtsdatum, meine Adresse, und vor allen Dingen: MEIN Kaufverhalten en Détail.
Ja, hier habe ich dann wohl auch einen Vertrag unterzeichnet, bei dem irgendwo (mehr oder minder) glaubhaft versichert wird, die Datenschutzbestimmungen einzuhalten und meine Daten nicht an Dritte weiterzugeben und bla bla bla… Mal Hand auf’s Herz: 1. Wer liest das? 2. Wer hat nicht durch einen solchen Vertrag schon einmal unerwünschte Werbung per Post erhalten? Nun werden viele aufbegehren: “…Sie haben doch unterschrieben, dass ‘Partner’ des Vertragspartners Ihnen geeignete Produkte…” Klar habe ich das. Aber deshalb wird die gefühlte Belästigung nicht weniger und die angeblich geeigneten Produkte nicht “geeigneter”…
Tracking = Warenhausanalyse
Für mich stellt das Tracking (neben der Tatsache, dass wir damit Geld verdienen – Ja, ich “oute” mich!) ein sinnvolles Instrument für die Messung der MASSEN-Akzeptanz der Webseiten dar und hilft dabei, diese ständig zu verbessern. Dabei tritt kein Individuum in den Vordergrund. Auch interessiert mich nicht, in welcher Strasse der einzelne Besucher der Site wohnt. Vielmehr ist für mich das Gesamtbild von Bedeutung.
Vergleichen wir das Tracking doch einfach einmal mit einem Warenhaus: Sie sind der Geschäftsführer und beobachten die Laufkundschaft, wie sie sich Artikel aus dem Angebot heraussucht, begutachtet, zur Kasse geht, bezahlt, in eine andere Abteilung schlendert, etc. Wenn ich Sie nun am Ende des Tages frage, WER die EINZELNEN Kunden waren, wohin sie gegangen sind, welche Artikel sie betrachtet und letztendlich gekauft haben, werden Sie wahrscheinlich mit den Achseln zucken und zugeben, es nicht zu wissen.
Welche Information Sie aber gewiss am Ende eines Tages haben wollen, ist wieviel Umsatz und ggf. wie viele Verkäufe das Warenhaus mit seinen vielen Abteilungen gemacht hat. Vielleicht haben Sie auch noch ein paar Aushilfskräfte engagiert, die die Anzahl der Personen ermittelt haben, die das Warenhaus betreten haben. Dann könnten Sie sogar eine Conversion-Rate berechnen!
Worauf ich hinaus will ist, dass auch beim Tracking – wie im Warenhausbeispiel geschildert – eine massenbedingte Anonymität vorherrscht. Der Warenhaus-/Sitebetreiber interessiert sich nicht für das (Kauf-)Verhalten des Einzelnen, sondern nur für das der Masse; Gesichter und Individuen sind völlig gleich. Erst durch eigenes Zutun (z. B. Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer) des Besuchers, tritt dieser aus der Anonymität der Masse und bekommt folglich eine Identität (Name, Gesicht, etc.) .
“Verlangsamung” von Prozessen durch sinnlose Opt-Ins
Im Zuge dessen wird plötzlich wieder der Schrei nach Opt-Ins laut. Opt-In… Was für ein Wort in diesem Zusammenhang! Wir alle können uns noch lebhaft an die Zeiten erinnern, als es “schick” war eine Flash-animierte Startseite mit einem ewig langen Intro zu präsentieren? Und in den Anfängen konnte man diese auch nicht überspringen, da es keinen “Skip”-Button gab… Wie oft hat man sich dann die von mal zu mal nerviger werdende Animation eines Balls, Autos oder schlichtweg Wortes anschauen müssen, bis man endlich auf den eigentlichen Inhalt zugreifen konnte? Nun, damals war das eben so! Und man hatte auch mehr Zeit zum Surfen – es gab auch noch nicht sooooo viele geeignete Websites. (Anmerkung des Autors: Erfolge wurden aber schon damals mit häßlichen “Zählern” auf der Website oder mit rudimentären Loganalysen gemessen)
Heute ist alles anders – wir nutzen eine Suchmaschine (ich sage explizit nicht, welche) um geeignete Informationslieferanten für einen gegebenen Suchbegriff zu finden. Und dann klicken wir uns durch die Angebote: erster Link, zurück, zweiter Link, zurück, erste Paid Placementanzeige, zurück, dritter Link, zurück, etc. Jedenfalls geht es mir so. Jetzt stelle ich die Frage in den Raum: Wie hoch wird die Frustration des Nutzers sein, wenn bei jedem Link, den er anklickt, ein Splash-Screen erscheint, der ihn fragt, ob er damit einverstanden ist, wenn sein Besucherverhalten mittels Tracking analysiert wird? Und wie groß wird die Akzeptanz des Nutzers sein, wenn er die gleiche Frage jedesmal beim Betreten der SELBEN Website gestellt bekommt? Schließlich ist das Speichern der Antwort mittels Cookie auf dem Rechner des Nutzers oder auf dem Server des Anbieters ebenfalls verwerflich…
Fazit
Es ist schon spannend zu sehen, wie sich doch der Deutsche ereifert, wenn es um die Privatsphäre und seine Daten geht… Liebe Leute, die Nutzung des Internets setzt – wie auch das Fahren mit dem Bus – die Mündigkeit des Benutzers voraus! Wenn also ein Nutzer nicht wünscht, dass seine Daten gespeichert oder sein Verhalten analysiert wird, muss er lediglich seinen Browser entsprechend einstellen.
Herr Schaar, vielleicht sollten Sie sich zunächst einmal mit der Technik und den Anforderungen der heutigen Zeit vertraut machen, anstelle Ihre Profilneurose zu kultivieren; Sie wissen doch: Wer zu allem seinen Senf gibt, wird schnell für ein Würstchen gehalten! Gerne laden wir Sie aber ein, unser nächstes Training zu Google Analytics KOSTENFREI zu besuchen…
Kommentare und Diskussionen sind herzlich willkommen!
Ihr
Holger Tempel


















