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Mit Universal Analytics hängt Google Analytics die Mitbewerber ab

Bereits am ersten Tag der diesjährigen Veranstaltung “Google Analytics Summit 2012” gab Paul Muret (Google Analytics Engineering Director) einen ersten Einblick in die “neue” Welt von Google Analytics. Dabei steht die nutzer-zentrische Analyse im Vordergrund, die das Leben von Marketern und Conversion-Optimierern grundlegend verändern wird.

Google Analytics Universal AnalyticsWas zwar augenscheinlich, aber dennoch vielen nicht bewusst ist: Das Gros der Nutzer bewegt sich im Internet bereits mit mehr als nur einem Gerät. So werden die ersten Schritte auf dem Weg zur Conversion am firmeneigenen Laptop vollzogen, die Recherche am Tablet in der Mittagspause weitergeführt und das Produkt schlussendlich abends am heimischen PC, der Spielekonsole oder dem internetfähigen TV-Gerät erworben.

All diese Besuchersitzungen können bislang nicht korreliert werden, da sie eben eigene Sitzungen auf unterschiedlichen Geräten darstellen. Daraus ergeben sich folgerichtig drei unterschiedliche Besuche (Sitzungen) nach dem “alten” Modell, bei dem aber tatsächlich nur der letzte Besuch zum Produktkauf (Conversion) führte. Laut Google ist dieses Verhalten mittlerweile bei 90% der Nutzer gegeben und somit passt sich Google durch Einführung von „Universal Analytics“ an das bereits Realität gewordene „Multi-Device“-Verhalten von Nutzern an. 

Keynote von Paul Muret auf dem Google Analytics Summit 2012Wie Muret in seinen Ausführungen richtig bemerkte, fängt kein Witz mit den Worten “Kommt eine Besuchersitzung in eine Bar…” an. Genau so wenig sind es die Besuchersitzungen, die ein Produkt kaufen, eine Software herunterladen oder einen Newsletter abonnieren.

Da aber derzeit nahezu alle Webanalyse-Systeme die Sitzung in den Vordergrund stellen, ist es schwierig, Aussagen über das Nutzerverhalten zu treffen. Diesem Umstand wurde bei Google durch die komplette Überarbeitung des Tracking Codes Rechnung getragen. Dieser ist nun um ca. 80% schlanker und stark vereinfacht. Zudem ermöglich der neue Tracking Code die serverseitige Korrelation der Nutzerdaten, sodass die verschiedenen gerätebedingten Sessions und (logischerweise) Nutzer letztendlich ein Nutzer mit einer Historie von Besuchen wird.

Auch wurde bei der Entwicklung von Universal Analytics daran gedacht, dass Nutzer nicht nur online konvertieren – der Websitebetreiber wird in die Lage versetzt, Daten aus seinem CRM oder anderen Quellen in Google Analytics einzuspielen. Auch Telefonverkäufe, schriftliche Bestellungen oder Verkäufe im Ladengeschäft können damit endlich in die Analyse miteinfließen. 

„That’s why we call it Google Analytics not Google Web Analytics“
Paul Muret, Google Analytics Engineering Director

Durch die nutzer-zentrische Betrachtung und Analyse der Website sowie der daraus resultierenden akkurateren Berichte, können nun endlich auch Antworten auf viele neue Fragen gegeben werden:

  • Sollen alle Nutzer analysiert werden oder evtl. nur Anteile  davon?
  • Welches Werbebudget soll für eine spezielle Zielgruppe eingesetzt werden?
  • Welche Remarketing-Strategie soll bei welcher Zielgruppe verfolgt werden?
  • Wie und wann trägt eine Kampagne (online und offline) zum Erfolg bei?
  • Welchen Wert haben die Nutzer einer App für Smartphones?

Sind Sie ein Google Analytics Nutzer, besteht nicht zwangsläufig Handlungsbedarf. Wenn Sie aber die Möglichkeiten der Integration testen wollen, können Sie hier den Zugriff auf die Universal Analytics Beta anfragen. Im Google Analytics Help Center erfahren Sie ebenfalls mehr über die neuen Funktionen und Integrationsmöglichkeiten.

Weitere Links zu diesem Thema:

Deaktivierungs-Add-on für Browser von Google unzureichend…

Vier Tage nachdem wir unser Tool OptMeOut veröffentlicht haben, kam Google ebenfalls mit einem Lösungsansatz bezüglich der leidigen Datenschutz-Thematik auf den Markt. Nachfolgend will ich dieses einmal näher beleuchten.

Hintergrund

Auf dem Google Summit  im Jahr 2008 machte webalytics die Verantwortlichen bei Google  in Mountain View auf das – seinerzeit noch “auf  kleiner Flamme gekochte” – Thema Datenschutz in Deutschland aufmerksam. Damals stießen wir noch auf völliges Unverständnis.

Im Jahr 2009 wurde in einer Breakout-Session des Google Summits das Thema (wenn auch völlig unbefriedigend) zumindest aufgegriffen. webalytics erhielt bei der Argumentation tatkräftige Unterstützung  von anderen Google Analytics Certified Partnern aus der europäischen Region.

Der immer massiver werdende Druck auf Google schien dann die Verantwortlichen dazu bewogen zu haben, nach einer Lösung zu suchen und diese umzusetzen. Das Ergebnis liegt nun nach ca. einem halben Jahr Entwicklung vor.

Deaktivierungs-Add-on für Browser

Ein Lösungsansatz von Google, die Privatsphäre des Nutzers zu schützen und einigermaßen datenschutzkonform zu agieren, ist der des Deaktivierungs-Add-ons für Browser. Dieses Tool ist derzeit in verschiedenen Sprachen für die Browser

  • Internet Explorer (7 und 8),
  • Google Chrome (4.x und höher),
  • Mozilla Firefox (3.5 und höher)

verfügbar und kann auf der Webseite http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de kostenfrei heruntergeladen und im entsprechenden Browser installiert werden.

Download-Screen für Deaktivierungs-Add-on für Browser

Was passiert nach der Installation?

Nachdem Sie die Installation durchgeführt haben, können Sie das Add-On für den  jeweiligen Browserein- und ausschalten.  Dies geschieht in der Verwaltung der Erweiterungen des Browser (z. B. im Internet-Explorer über die Add-On-Verwaltung, im Chrome in Extensions und im Firefox mittels der Registerkarte Extensions der Add-Ons).

Probleme, die das Tool mit sich bringt

Meines Erachtens birgt dieser Ansatz mindestens drei Probleme:

Wie soll ein Nutzer vorgehen, der z. B. keine administrativen Rechte auf seinem Rechner besitzt und somit die Installation nicht durchführen kann? Eine “erzwungene” Installation auf allen Rechner eines Unternehmens kann wohl nicht im Sinne des Erfinders liegen. Jedem Nutzer eines Rechners in einem Netzwerk / einer Domäne administrative Rechte zu vergeben kann jedoch auch nicht die Antwort sein…

Wie soll die Handhabung benutzerfreundlich von statten gehen, wenn hier nur absolut entschieden werden kann (Tool ein- oder Tool ausgeschaltet)? So ist es einem Nutzer beispielsweise wichtig, dass sein Verhalten auf bestimmten Websites nicht erfasst wird, auf anderen ist es ihm jedoch völlig egal. Es ist völlig unpraktikabel, ständig in der Verwaltung des Browsers das Tool ein- oder auszuschalten.

Was ist mit allen anderen Browsern? Auch wenn ich ein Verfechter von Chrome und Firefox bin, möchte ich dennoch nicht die große Gemeinde der Opera-, Safari- und anderer Gecko-Browser-Nutzer unter den Tisch kehren. Auch gibt es immer mehr iPhone- und jüngst auch iPad-Besitzer. Nicht zu vergessen, dass immer noch eine große Anzahl “alter” Browser im Einsatz ist (IE 6 und früher, Firefox 3.0 und früher, Chrome vor Version 4). Für all diese Nutzer gibt es derzeit eine Lösung…

Fazit

Auch wenn der Ansatz und auch die Absicht von Google lobend zu erwähnen ist, bleiben dennoch zu viele Fragen offen. Nach wie vor liegt die Verantwortung, einen Besucher das An- und Abschalten des Trackings zu ermöglichen, beim Betreiber einer Website und sollte einen zentralen Ansatz verfolgen.

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