Artikel-Schlagworte: „Ladezeiten“

Wirkt sich der Einsatz von Google Analytics & Co. negativ auf den PageRank meiner Seiten aus?

In unserem Blog-Artikel “Ladezeit einer Webseite ab sofort Kriterium für Google’s Search Rank” berichteten wir bereits darüber, dass langsame Webseiten unter Umständen einen schlechteren PageRank erhalten.

Dieser Umstand wirft natürlich die Frage auf, inwieweit sich der Einsatz von Tracking Tools (Google Analytics, Urchin Software, ClickTale, etc.) auf den PageRank auswirkt. Diese Frage wurde auch an Matt Cutts, den SEO-Spezialist der Google Search Quality Group, herangetragen. Er beantwortet die Frage in seinem Video-Blog:

Somit kann zusammenfassend festgehalten werden, dass der Einsatz von Google’s Asynchronous Tracking Code keine nennenswerten Auswirkungen auf die Ladezeiten einer Webseite hat deren PageRank nicht gefährdet.

Um diese Aussage zu verifizieren, haben wir die Ladezeiten der unterschiedlichen Tracking Codes in einer einfachen Seite gemessen. Nachfolgend finden Sie die Auswertung dazu:

Tracking Code Analyse Tool Herkunft Position Ladezeit
urchin.js Urchin lokal nach <body> 663 ms
ga.js Google Analytics extern nach <body> 215 ms
asynchronous Google Analytics extern vor </head> 202 ms

Was aber, wenn der Website-Betreiber derzeit ein anderes Analyse-Tool zur Auswertung des Besucherverhaltens einsetzt? Schließlich existieren gerade in Deutschland bzw. Europa mannigfaltige Gründe dafür: Datenschutz, Paranioa, Aversion gegen Google, etc. Was also, wenn die Analyse nicht mit Google Analytics erfolgt und es durch den Einsatz eines oder gar mehrerer anderer Tracking Codes zu Latenzen kommt?

Ladezeit des Google Analytics Asynchronous Tracking Code in einer Beispielseite

Lösung: Content Distribution Network (CDN)

Ein sehr probater wenn auch teurer Lösungsansatz stellt der Einsatz eines Content Distribution Network, kurz CDN, dar. Damit sorgen Sie für die zuverlässige und schnelle Auslieferung von Inhalten – auch Tracking Codes. Mehr über die Funktionsweise von CDNs finden Sie im deutschen Wikipedia.

Lösung: Nutzen des Asynchronous Tracking Code für Urchin

Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch wenn Sie Urchin beispielsweise aufgrund Datenschutz einsetzen oder weil Sie die Daten inhouse halten möchten, ist der Einsatz des Google Analytics Asynchronous Tracking Code durchaus eine Überlegung wert. Dass der Tracking Code nur etwas ein Drittel der Ladezeit benötigt gegenüber der klassischen Urchin-eigenen JavaSkript-Datei benötigt, haben Sie aus der obigen Aufstellung erfahren.

Wie können Sie nun aber den Google Analytics Asynchronous Tracking Code einsetzen OHNE dabei gegen Datenschutzrichtlinien Ihrer Firma zu verstoßen? In der Tat ist das ganz einfach: Da der Tracking Code öffentlich abgerufen werden kann, benötiogen Sie nicht einmal ein Google-Konto, um diesen einzusetzen. Des Weiteren müssen Sie lediglich zwei kleine Änderungen im Quellcode durchführen.

Vorgehensweise, nachdem Sie sich den Code-Snippet des aktuellen Google Analytics Asynchronous Tracking Code besorgt haben:

1. Entfernen Sie daraus die Zeile mit der Konto-ID

  _gaq.push(['_setAccount', 'UA-xxxxxx-xx']);

2. und fügen Sie stattdessen die folgende Zeile hinzu:

  _gaq.push(['_setLocalServerMode']);

Der Code-Snippet sollte dann wie folgt aussehen:

<script type="text/javascript">
     var _gaq = _gaq || [];
     _gaq.push(['_setLocalRemoteServerMode']);
     _gaq.push(['_trackPageview']);
     (function() {
     var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text/javascript';
     ga.async = true;
     ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 'https://ssl' : 'http://www') + '.google-analytics.com/ga.js';
     var s = document.getElementsByTagName('script')[0];
     s.parentNode.insertBefore(ga, s);
     })();
   </script>

Mit dieser Modifikation stellen Sie sicher, dass Ihnen beim Abruf der JavaSkript-Datei definitiv keine Daten zugeordnet werden können und – viel wichtiger – keine Nutzungsdaten Ihrer Website an Google übermittelt werden. Stattdessen werden die Daten ausschließlich in das lokale Logfile Ihres Webservers geschrieben. Zudem der Tracking Code bei Google abgerufen, wodurch die Ladezeit Ihrer Seiten positiv beeinflusst werden. Also alles in allem eine sinnvolle Vorgehensweise…

Ladezeit einer Webseite ab sofort Kriterium für Google’s Search Rank

Google gab am am Freitag, den 9. April 2010 bekannt, dass die Ladezeit sowie die gesamte Geschwindigkeit einer Website ab sofort in den Algorithmus des Search Ranks miteinfließt.

Google’s Begründung ist durchaus nachvollziehbar und liegt auf der Hand: schnelle Websites sorgen für “glückliche” Nutzer. Wie aus Google’s eigenen internen Studien hervorgeht, verbringen Nutzer auf langsamer reagierenden Websites weniger Zeit. Schnellere Sites jedoch erhöhen nicht nur die Benutzerfreundlichkeit, sondern senken auch die Betriebskosten, wie aus dem gemeinsamen Vortrag “Performance Related Changes and their User Impact” von Eric Schurmann (Microsoft) und Jake Brutlag (Google) hervorging:

Wie auch Google, legen viele Nutzer großen Wert auf Geschwindigkeit. Daher hat Google entschieden, die Geschwindigkeit einer Website in das Search Ranking miteinfließen zu lassen. Google nutzt dabei eine große Anzahl an Möglichkeiten, um die Geschwindigkeit einer Site im Vergleich mit anderen zu ermitteln.

Website-Performance messen…

Als Betreiber einer Website stehen Ihnen viele kostenfreie Werkzeuge zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie die Geschwindigkeit Ihrer Website besser abschätzen können:

    Site Performance

  • Page Speed ist ein Open-Source Add-On für Firefox/Firebug, das die Leistung von Webseiten  ermittelt und Verbesserungsvorschläge macht.
  • YSlow ist ein kostenfreies Tool von Yahoo!, das Vorschläge zur Verbesserung der Website-Leistung bringt.
  • WebPagetest erstellt ein Wasserfall-Diagramm über die Ladezeit Ihrer Webseiten sowie eine Optimierungs-Checkliste.
  • In den Google Webmaster Tools unter Labs -> Site Performance finden Sie ein Diagramm bezüglich der Geschwindigkeit Ihrer Website, so wie sie von Nutzern aus aller Welt wahrgenommen wird.
  • zOompf liefert ebenfalls in einer kostenfreien Version bereits viele Verbesserungsvorschläge.
  • Eine gemeinsame Auswertung von YSlow und Seitengeschwindigkeit bietet GTmetrix (beta).
  • Viele weitere Tools finden Sie unter code.google.com/speed.

Allen Tools gemein ist, dass sie ausschließlich in englischer Sprache verfügbar sind  und Ihre Website-Geschwindigkeit meistens aus dem Ausland überprüfen. Des Weiteren wird die Bewertung der Performance-Werte überwiegend nach dem amerikanischen Schulnotensystem (A = sehr gut, F  = ungenügend) durchgeführt. Dennoch stellen alle Programme ein probates Mittels zur Messung und Steigerung der Website-Geschwindigkeit dar.

…und steigern?

Speed Up Your Website in a few minutesBasiert Ihre Websites auf einem Content Management System, könnte ggf. die Software von WEBO Site SpeedUp die Website-Performance bereits nachhaltig steigern.

In unserem Test (WordPress Blog auf einer 1&1-Internet-Präsenz) konnten wir bereits mit der kostenfreien Version die Ladezeit von 2,962 Sekunden auf 1,832 optimieren – das entspricht einer Reduzierung der Seitenladezeit von 38,15%.

Mehr Info zum Tool finden Sie hier.

Aber: Achtung…!

Obwohl die Geschwindigkeit einer Website neue Signale setzt, wird ihr dennoch nicht so viel Gewicht beigemessen wie der Relevanz einer Seite. Laut Google sind aktuell weniger als 1% der Suchabfragen von der Website-Geschwindigkeit betroffen und auch nur, wenn der Nutzer derzeit seine Suchanfrage auf google.com in englischer Sprache formuliert. Allerdings wird es wohl nicht lange dauern, bis diese Kriterien auch bei uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz Gültigkeit haben.

Die Zeit, sich mit der Leistungsfähigkeit der eigenen Website auseinander zu setzen, ist somit gekommen!

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