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Unternehmen wie Facebook, Twitter & Co. nur eine Luftnummer?

Im April 2011 berichtete ich bereits über die Möglichkeit, sich am Wachstum der Social-Media-Unternehmen zu beteiligen (Blog-Beitrag Soziale Netzwerke als Geldanlage?). Die Süddeutsche Zeitung, Ausgabe Nr. 154 vom 07.07.2011 betrachtet die (Wert-)Entwicklung der Internetfirmen aus einem anderen Blickwinkel:

Luftnummer

Sieben Milliarden Dollar für ein wenig Gezwitscher? Anleger umschwärmen den Kurznachrichtendienst Twitter und schüren so die Sorge vor einer neuen Internetblase

München – Das Dumme an der Zukunft ist, dass niemand so genau weiß, was sie bringen wird. Dumm vor allem für diejenigen, die auf die Zukunft wetten – etwa, wenn sie Aktien kaufen. Womöglich noch Aktien von Internetfirmen.

Nun soll der Kurznachrichtendienst Twitter, so berichten US-Medien, Hunderte Millionen Dollar bei Investoren eingesammelt haben – und inzwischen sieben Milliarden Dollar wert sein. Das ist viel Geld für eine Internetseite, über die sich Botschaften auf 140 Zeichen verfassen und verschicken lassen. 200 Millionen solcher Tweets surren täglich durchs Netz. So schnell, dass sich beispielsweise Regierungssprecher Stefan Seibert kaum noch über den Unterschied zwischen Osama und Obama klar werden kann, ehe er die Welt wissen lässt, was die Bundeskanzlerin von der Ermordung des meistgesuchten Terroristen hält. Und es ist vor allem viel Geld für ein Unternehmen, das zwar mit der stetig steigenden Zahl seiner Nutzer prahlt, sich aber darüber ausschweigt, ob sich mit diesen denn auch irgendwann einmal Geld verdienen lässt.

Bislang leitet Twitter die Kurzbotschaften, in denen viele Nutzer auf andere Internetseiten verweisen, unmittelbar an Suchmaschinen wie Google oder Bing weiter. Im Gegenzug erhält das Unternehmen zumindest genügend Geld, um die Kosten für seine Großrechner und seine Programmierer zu decken, die den Dienst am Laufen halten. Auch Werbung auf seinen Seiten bringt Twitter etwas ein. Genug, um die Investoren, die Millionen Dollar in das fünf Jahre alte Startup gesteckt haben, bei Laune zu halten? Bleibt abzuwarten.

Das Internet sei inzwischen eine feste Größe im Wirtschaftsleben, sagen all jene, die schlechte Erinnerungen an das Platzen der Dot-Com-Blase vom Tisch wischen wollen. Und einige der heute um garnten Internetunternehmer machen immerhin Gewinn, ehe sie den Sprung aufs Börsenparkett wagen – anders als die Hochstapler um die Jahrtausendwende. Am zuversichtlichsten zeigen sich zurzeit allerdings ausgerechnet diejenigen, die selbst Anteile an Internetfirmen halten – und abkassieren. Fest steht jedenfalls, dass es seit 1999 nicht mehr so viele neue Börsengänge in der Technologiebranche gab wie in diesem Jahr: Mehr als 30 stehen noch an, fast 30 waren es bereits. Der Verlauf dieser Aktienkurse gleicht einem Alpenpanorama, mit tiefen Schluchten und einigen hohen Wipfeln. Die Aktie des Internetradios Pandora beispielsweise brach gleich am zweiten Handelstag um 24 Prozent ein, dümpelte einige Wochen vor sich hin – und liegt inzwischen doch wieder über dem Ausgabepreis. Noch zumindest also glauben die Anleger, dass die Internetunternehmer ihre Versprechen einlösen.

Twitter könnte von der guten Laune an der Wall Street profitieren – und auch bei Anlegern noch etwas Geld einsammeln. Dazu müssten die Manager allerdings einen Einblick in ihre Bilanzen gewähren – und dazu sind sie bislang nicht bereit. Noch im März haben sie einen Börsengang von Twitter ausgeschlossen. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt.

Bis die Blase platzt

Große Versprechen, mickrige Bilanz: Vor zehn Jahren spekulierten Anleger aufs Internet- und wurden enttäuscht. Nun scheint sich dies zu wiederholen. Mehr als 50 Internetfirmen haben in diesem Jahr bereits einen Börsengang in den USA angemeldet. Die spektakulärsten Bewertungen:

Unternehmenswerte in Milliarden Dollar 
(Klicken zum Vergrößern)

 Quelle: Süddeutsche Zeitung, Redakteur Varinia Bernau, Ausgabe 154 von 07.07.2011

Der neue soziale Netzwerkdienst: Google+

Was bietet Google+ denn so Tolles?

Wie immer, wenn etwas Neues im Bereich Social Media auf der Bildfläche erscheint, wird dies erst einmal mit Argwohn begutachtet. Uns genügt Facebook ja schon, oder Wer Kennt Wen oder, oder, oder…

Wäre Google+ auch nur ein weiterer Social Media-Dienst, könnte man sich ausführliche Berichte hierzu schenken. Ist es aber nicht. Google+ wartet mit wirklich tollen Neuheiten auf.

Das macht Google+ so anders als alle bisherigen Social Media-Dienste!

+Circles

Bisher war in den sozialen Netzwerken jeder Kontakt gleich ein “Freund”. Wie im richtigen Leben gibt es hier jedoch feine Unterschiede. Und die können mit +Circles gemacht werden. Es gibt die Möglichkeit, Personen einem bestimmten Kreis zuzuordnen. Dieser kann individuell erstellt werden, ganz nach Gusto (Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Sportsfreunde etc.). Die Bezeichnung des Kreises liegt bei Ihnen. Selbst im Freundeskreis gibt es ja bekanntlich Unterschiede – mit dem Einem ist man dicker, mit dem Anderen nicht ganz so fest befreundet. Das kann man mit +Circles alles feintunen. Und die Nachrichten gehen dann auch nur da hin, wo sie wirklich hinsollen, nicht zu Hinz und Kunz…

 

+Sparks

Jeder hat so seine Interessensgebiete, Hobbies oder ist einfach nur sensationslüstern. Dann ist dieser Feed genau das Richtige! In der Suchleiste von +Sparks geben Sie an, was Sie interessiert und schon bekommen Sie die heissesten Neuigkeiten. Sie können sich mit anderen Nutzern (und das müssen nicht Leute aus Ihren “Kreisen” sein…) darüber austauschen sowie diese News mit Ihren Leuten teilen.

 

+Hangouts

Mehr als nur chatten… Hier wird sich online getroffen und per Videochat ausgetauscht. Sie können sich mit Freunden gezielt zu einem “Treffen” verabreden oder auch zu einem Treffen stoßen. Am Status “Is hanging out” können Sie sehen, wer gerade ein Treffen hat und sich dazugesellen. +Hangouts ist superbequem, weil es egal ist, ob Sie im Jogginghösle oder Schlafanzug vor dem Bildschirm sitzen und dabei vielleicht noch ein Fußbad nehmen.

 

+Mobil

Hier halte ich mich gerade auf, das habe ich gerade fotografiert… Mit +Mobil haben Sie die Möglichkeit anzugeben, wo Sie sich momentan aufhalten (sofern Sie das wollen, es gibt ja auch Örtlichkeiten, die man lieber nicht publik macht…).Vielleicht ist jemand aus Ihrem Freundeskreis auch da und hat Lust auf ein spontanes Treffen. Bei diesem machen Sie natürlich ein paar Fotos, um den Spaß, den Sie haben, festzuhalten. Wenn Sie Google+ die Erlaubnis geben, werden die Fotos sofort nach der Aufnahme zu einem privaten Album hinzugefügt und für alle Geräte verfügbar gemacht. Diese können dann mit anderen geteilt werden – vorausgesetzt, Sie wollen das.

 

+Huddle

Verabreden leicht gemacht… Vor allem spontanes Verabredenmit mehreren Leuten. Der eine will dahin, der andere dorthin – normalerweise telefoniert oder smst man ewig hin und her, bis alle unter einem Hut sind. Das kostet Nerven und verdirbt schon mal die Ausgehlaune. Muss nicht mehr sein! +Huddle ist ein Gruppenchat, bei dem jeder in Echtzeit Ausgehpläne absprechen kann. Jeder gibt seinen Kommentar oder Wunsch ab und schon weiss man, wer zu was Lust hat. Spontaner geht es nur, wenn man sich schon in der Gruppe getroffen hat und dann schaut, was man unternehmen will.

 

Toll! Und wie komme ich an Google+?

Als Erstes muss man ein Google-Konto haben. Bislang lädt Google+ die Teilnehmer ein. Diese können dann weitere zu Google+ einladen.

Wem der Zugang zu Goolge+ unter den Nägeln brennt, kann es auch hierüber https://services.google.com/fb/forms/googleplusde/ versuchen. Einfach Vorname und Emailadresse eintragen und hoffen, dass die Einladung bald kommt. Und dann, bitteschön, andere einladen – denn auch das gehört zu Social Networking…

Seien Sie neugierig – probieren Sie Google+ aus, sobald es verfügbar ist!

Herzlichst

Karin Tempel-Maier

Soziale Netzwerke als Geldanlage?

Spätestens mit dem Film “The Social Network” ist deutlich geworden: Soziale Netzwerke sind auf dem Vormarsch. Und das jetzt auch an der Börse. Anleger könnten somit vom Boom der Online-Kommunikation profitieren und am Unternehmenserfolg teilhaben.

Monetarisieren des Social Networks

Goldman Sachs hat jüngst den US-Pionier Facebook mit 50 Milliarden US-Dollar bewertet. Für ein nicht einmal sieben Jahre altes Internetunternehmenschien schien das vielen Analysten zunächst maßlos übertrieben. Jedoch macht ein Nettogewinn von 355 Millionen US-Dollar in den ersten neun Monaten deutlich, dass die Gewinne von Facebook explodieren. Allein im vierten Quartal 2010 sollen lt. Technologieportal Alley Insider rund 250 Millionen US-Dollar eingesammelt worden sein.

Spannend war zu beobachten, wie die von Goldmann platzierten Anteile rasenden Absatz am Markt fanden. Dabei wurde deutlich, dass die Nachfrage deutlich größer war als das Angebot. Wie am Beispiel Ägypten nachvollziehbar, verändern Soziale Netzwerke nachhaltig die Welt. So sind auch Anlger und Investoren schon längst auf den Trend aufmerksam geworden, denn bereits vor fünf Jahren hatte die Hamburger XING AG den Börsengang vollzogen. Das amerikanische Pendant LinkedIn plant diesen noch für 2011.

Die Bewertung von Linkedln, Facebook bzw. Twitter erreichten bereits vor dem Börsengang schwindelnde Höhen. War der Short Message Service Twitter im Dezember noch knapp 4 Milliarden USD wert, stieg der Wert schon im Januar um mehr als 250% auf 10 Milliarden USD – einem Wert, der den 200fachen Jahresumsatz widerspiegelt.

Echtes Potenzial?

Dabei steht zurecht die Frage im Raum: Ist das nun “Potenzial” oder einfach nur “heiße Luft”? Uns allen gedenkt wahrscheinlich noch ewig das Desaster mit der Dot-Com-Blase, die ihr jähes Ende um die Jahrtausendwende fand – und mit ihr das Kapital vieler Kleinanleger und Investoren. Auch jetzt schon warnen Kritiker wieder mit erhobenem Finger vor einer Überbewertung der Social-Network-Firmen  und vor einer neuen Blase. Und dennoch ist der Boom der Social Networks einfach nicht aufzuhalten.

Bieten sich doch für die Betreiber durch Anzeigen, Online-Trading, Online-Gaming und geeignete Paymentsysteme ständig neue Möglichkeiten Kunden zu gewinnen und Besucher zu binden. In der außergewöhnlichen Rolle des “Trittbrettfahrers” findet sich diesmal Google wieder, denn erst im Februar wurde deren neuer Short Message Service “Buzz” gelaunched. Dennoch ist das innovative, breit aufgestellte und wachsende Unternehmen aus den USA eine Kaufüberlegung wert. Schließlich sehen Analysten der Deutsche Bank oder der Credit Suisse ein Kursziel von bis zu 750 US-Dollar – mehr als 20% über dem aktuellen Kurs. So konnte auch die Aktie der XING AG seit September deutlichen Zuwachs verzeichnen.

Google - Entwicklung der letzten 5 Jahre XING AG - Entwicklung der letzten 5 Jahre Société Générale - Entwicklung der letzten 6 Monate
Entwicklung
Google 5-Jahre
Entwicklung
XING 5-Jahre
Entwicklung
Société Générale 6-Monate

Ein Stück vom Kuchen?

Interessierte Anleger können auch per Zertifikat auf den Trend setzen: Die Société Générale hat die größten reinen Social-Network-Unternehmen in einem Indexzertifikat gebündelt. Neben XING finden sich auch Social-Network-Größen aus anderen Ländern: Mail.ru (Rußland), Tencent (China), United Online (USA), Meetic (Frankreich) und Dena, Gree und Mixi (Japan).

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden über kurz oder lang auch entsprechende Investmentfonds aufgelegt, die überwiegend Aktien solcher Unternehmen enthalten. Sollten dann Facebook, LinkedIn, Foursquare & Co. ebenfalls den Börsengang vollzogen haben, finden sich deren Werte bestimmt ebenfalls gleich in den Portfolios der Fondsbroker

Und jetzt?

Die Frage aller Fragen ist nun aber: Lohnt es sich, dem Trend zu folgen und in genau diesen Markt zu investieren? Google kann zwar auf eine ansehnliche Wertentwicklung zurückblicken, doch läßt sich diese auch für andere Unternehmen wiederholen? Die Marktführer im Bereich Social Network jedenfalls scheinen diese Entwicklung nachzuvollziehen. Wir dürfen also alle gespannt sein, was sich die Herren CEOs noch einfallen lassen werden, um die Marktführerschaft zu behaupten und auszubauen.

Quelle: comdirect

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